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Für eine nachhaltige Digitalisierung: 2.500 Teilnehmer*innen auf Konferenz „Bits & Bäume“

Für eine nachhaltige Digitalisierung: 2.500 Teilnehmer*innen auf Konferenz „Bits & Bäume“
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Für eine nachhaltige Digitalisierung: 2.500 Teilnehmer*innen auf Konferenz „Bits & Bäume“

► Akteur*innen aus Zivilgesellschaft fordern mehr Mitsprache bei der Gestaltung politischer Strategien zur Digitalisierung

► Nächste „Bits & Bäume“-Regionalkonferenz für Juni 2023 in Köln angekündigt

Berlin, 5. Oktober 2022 – „Die Bits dürfen uns nicht die Bäume kosten.“ Diese Forderung brachte am vergangenen Wochenende über 2.500 Teilnehmende zur Konferenz für Digitalisierung und Nachhaltigkeit „Bits & Bäume“ nach Berlin. Auf Einladung von 13 Organisationen aus Umwelt,- Klima- und Naturschutz, Digitalpolitik, Entwicklungszusammenarbeit und Wissenschaft trafen sich Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Politiker*innen, um politische Forderungen und Handlungsansätze für eine nachhaltige Digitalisierung zu diskutieren. In Zeiten von Klima-, Energie- und staatlicher Vertrauenskrise müssten digitale Technologien vor allem dem sozial-ökologischen Wandel dienen, anstatt durch explodierenden Energiebedarf und Ressourcenverbrauch und immer mehr Überwachung die Krisen weiter anzuheizen, so der Appell der Konferenz.

Mit mehr als 60 Forderungen für eine gerechte und demokratische Digitalisierung innerhalb planetarer Grenzen präsentierten die Veranstalter einen Gegenentwurf zur Digitalstrategie der Bundesregierung. Bei der Entwicklung politischer Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Digitalisierung müssten umwelt- und netzpolitische Akteur*innen in laufende Strategieprozesse viel stärker eingebunden werden.

„Die Konferenz ‚Bits & Bäume‘ zeigt den Beitrag, den die Zivilgesellschaft bei der Lösung großer gesellschaftlicher Fragen leistet. Werte wie voneinander Lernen und eine ganzheitliche Perspektive sind für politisches Handeln unerlässlich. Die Politik täte gut daran, bei der Gestaltung einer nachhaltigen Digitalisierung auf die fachliche Expertise zivilgesellschaftlicher Akteur*innen zu setzen“, sagt Dr. Henriette Litta, Geschäftsführerin der Open Knowledge Foundation Deutschland.

Wie digitale Technologien die Energiewende voranbringen können

Strategische Rahmenbedingungen zu entwickeln, damit digitale Technologien dem Natur-, Klima- und Ressourcenschutz sowie der Lebensqualität aller Menschen dienen können, ist eine Generationenaufgabe.

Zahlreiche Beiträge auf der Konferenz widmeten sich aktuellen Themen wie der Energiewende sowie der Diskussion rund ums Heizen. Unter anderem wurden digitale Tools vorgestellt, um das Energiesystem zu dekarbonisieren und zu demokratisieren, sowie digitale Methoden für signifikante Einsparungen von Heizenergie.

„Dass mehr Digitalisierung automatisch gesellschaftliche Probleme wie die Klima- oder Gerechtigkeitskrise lindert, entpuppt sich immer mehr als Illusion. Um smarte Ideen zur Lösung der gesellschaftlichen Krisen zu entwickeln, müssen Umwelt- und Netzpolitik noch viel mehr als bislang zusammengedacht werden”, sagt Professor Tilman Santarius von der Technischen Universität Berlin und dem Einstein Center Digital Future. „Die neue Digitalstrategie der Bundesregierung zielt nicht darauf ab, digitale Technologien systematisch zum Erreichen von sozial-ökologischen Zielen einzusetzen. Da kam die „Bits & Bäume“-Konferenz gerade recht: 2.500 Menschen haben in unzähligen Veranstaltungen aufgezeigt, wie das sehr wohl gehen kann!“

„Bits & Bäume“-Bewegung vernetzt Aktive in zahlreichen Orten in Deutschland

Zahlreiche regionale Initiativen, die selbstorganisiert Aktive und Interessierte vor Ort vernetzen und Veranstaltungen durchführen, beweisen, dass die Idee der „Bits und Bäume“ in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Gruppen gibt es etwa in Berlin, Dresden, Hannover, Köln, Nürnberg, Osnabrück und Dortmund. Im Juni 2023 ist die nächste Regionalkonferenz der „Bits & Bäume“ in Nordrhein-Westfalen angekündigt.

„Die Konferenz hat es mehr als deutlich gemacht: Hervorragende Ideen und Ansätze gibt es reichlich. Eine wesentliche Herausforderung ist es, die Wahrnehmung für die Probleme und vor allem die Sachkompetenz zu ihrer Lösung dorthin zu bringen, wo sie offenkundig fehlt: in die Verwaltungen, in die Parlamente, in die Unternehmen, in die Breite der Gesellschaft. Das muss an vielen Orten gleichzeitig und vernetzt passieren“, meint Dr. Carsten Knoll, Mitgründer des „Bits & Bäume“-Zweiges in Dresden.

Derzeit laufen Überlegungen, eine Koordinationsstelle einzurichten, damit die Bewegung weiter wachsen und sich verstetigen kann. Durch sie können regionale Initiativen und Organisationen im Netzwerk noch besser unterstützt und die Einbindung ihrer Ziele in politische Prozesse gefördert werden. Die Verstetigung von „Bits & Bäume“ ist notwendig, damit es im politischen und öffentlichen Diskurs neben den allgegenwärtigen kurzfristigen Eigeninteressen von Konzernen und Regierungen eine starke Stimme für eine nachhaltige Gestaltung der Digitalisierung gibt, so die 13 Organisationen hinter der „Bits und Bäume“.

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Über die „Bits & Bäume“:

„Bits & Bäume“ ist das größte deutschlandweite zivilgesellschaftliche Bündnis an der Schnittstelle zwischen Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Es besteht aus 13 Organisationen aus den Bereichen Umwelt- und Klimaschutz, Digitalpolitik, Entwicklungspolitik und Wissenschaft sowie einer wachsenden Community. Sie bringen Umwelt-, Digital- und Klimabewegungen zusammen und setzen das Thema in Öffentlichkeit und Politik auf die Agenda.

Die Konferenz 2022 wurde gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV). Die Arbeit von Germanwatch und des Forums InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIfF) im Rahmen der „Bits & Bäume“-Konferenz 2022 wird gefördert durch die Stiftung Mercator.

Weitere Informationen:

Kontakt:

Pressekontakt:

Richard Harnisch
Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW)
Tel.: +49 30/884594-16
 kommunikation@ioew.de

Das Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ist ein führendes wissenschaftliches Institut auf dem Gebiet der praxisorientierten Nachhaltigkeitsforschung. Rund 70 Mitarbeiter*innen erarbeiten Strategien und Handlungsansätze für ein zukunftsfähiges Wirtschaften – für eine Ökonomie, die ein gutes Leben ermöglicht und die natürlichen Grundlagen erhält. Das Institut arbeitet gemeinnützig und ohne öffentliche Grundförderung. Das IÖW ist Mitglied im „Ecological Research Network“ (Ecornet), dem Netzwerk der außeruniversitären, gemeinnützigen Umwelt- und Nachhaltigkeitsforschungsinstitute in Deutschland.

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