Das könnte Sie auch interessieren:

Premiere des SUPER COMMUNICATION LAND by news aktuell morgen in Hamburg

Hamburg (ots) - Morgen startet die dpa-Tochter news aktuell ihr neues Event-Format SUPER COMMUNICATION LAND ...

"Berlin direkt" im ZDF erstmals mit Shakuntala Banerjee

Mainz (ots) - In den vergangenen vier Jahren war sie als Korrespondentin im ZDF-Europa-Studio in Brüssel ...

Tierquälerei:Drei Jahre Gefängnis für Gütesiegel-Schweinemäster / Historisches Urteil gegen den rechtsfreien Raum in der Massentierhaltung

Ulm (ots) - Am Freitag den 15.03.2019 verurteilte das Amtsgericht Ulm einen Massentierhalter aus Merklingen ...

12.03.2019 – 13:41

SWR - Das Erste

Bundesamt für Verbraucherschutz: Nahrungsergänzungsmittel mit Cannabidiol aus der Hanfpflanze bislang nicht verkehrsfähig
"Report Mainz" berichtet heute (12.3.), 21.45 Uhr im Ersten

Mainz (ots)

In Deutschland sind zahlreiche Nahrungsergänzungsmittel mit dem Cannabis-Inhaltsstoff Cannabidiol (CBD) im Handel, die offenbar nicht verkauft werden dürfen. Das haben Recherchen des ARD-Politikmagazins "Report Mainz" ergeben.

Die EU-Kommission beurteilt CBD als "Novel food", als "neuartiges Lebensmittel". Dieser Stoff muss deshalb zugelassen werden. Vorher dürfen Nahrungsergänzungsmittel mit CBD nicht verkauft werden. Auf Anfrage von "Report Mainz" teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) mit: "Da diese Zulassung bisher nicht erfolgt ist, sind derartige Erzeugnisse nach unserer Auffassung bislang nicht verkehrsfähig. Dem BVL ist derzeit keine legale Möglichkeit bekannt, Nahrungsergänzungsmittel mit Cannabidiol auf den Markt zu bringen."

In den vergangenen zwei Jahren haben Hersteller in Deutschland trotzdem mindestens 90 Nahrungsergänzungsmittel mit CBD auf den Markt gebracht. Das zeigt eine Anfrage von "Report Mainz" bei allen 16 zuständigen Ministerien der Bundesländer. Angela Clausen, Expertin für Nahrungsergänzungsmittel bei der Verbraucherzentrale NRW, kritisiert das: "Ich finde es sehr problematisch, wenn jede Menge Hersteller versuchen, derartige Produkte in den Markt zu drücken. Das ist im Prinzip ein Vorführen des Rechtsstaates und das können wir uns eigentlich nicht bieten lassen."

Für Gesundheitswissenschaftler Prof. Gerd Glaeske von der Universität Bremen sind die Kontrollen das Problem, für die die Landkreise und kreisfreien Städte zuständig sind. Diese erfolgten nur stichprobenartig. "Der Verbraucherschutz ist da sehr durchlöchert. Diese Mittel werden weiter verkauft, die Gefährdung für den Verbraucher ist da. Insofern habe ich nicht den Eindruck, dass diese Überwachung ausreichend funktioniert."

Die Nahrungsergänzungsmittel mit CBD werden etwa als Öle oder Tabletten verkauft. Die Produkte sollen zum Beispiel schmerzlindernd und entzündungshemmend wirken. Wissenschaftler, wie die Ärztin Prof. Kirsten Müller-Vahl von der Medizinischen Hochschule Hannover, bezweifeln das: "Es wird im Moment viel versprochen, was wissenschaftlich nicht belegt ist. Das ist unseriös. So darf man Nahrungsergänzungsmittel nicht bewerben. Es sind Medikamente und Arzneimittel, die zu einer Krankheitsverbesserung führen, nicht Nahrungsergänzungsmittel."

Zitate gegen Quellenangabe frei.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an "Report Mainz", Tel. 06131 929 33351.

Original-Content von: SWR - Das Erste, übermittelt durch news aktuell

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von SWR - Das Erste
  • Druckversion
  • PDF-Version

Orte in dieser Meldung

Themen in dieser Meldung