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"Report Mainz": Gericht bestätigt Vorwürfe wegen Kindesmisshandlungen in der Kita "Little Giants" im baden-württembergischen Trossingen

Mainz (ots) - Das Amtsgericht Spaichingen in Baden-Württemberg hat Vorwürfe wegen Kindesmisshandlungen gegen eine Kindertagesstätte in Trossingen (Landkreis Tuttlingen) bestätigt. In einem Strafverfahren hat es die frühere Leiterin der Kita "Little Giants" wegen Freiheitsberaubung und Nötigung per Strafbefehl zu einer Geldstrafe verurteilt. Das bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rottweil gegenüber dem ARD-Politikmagazin "Report Mainz". Die Vorgänge gehen zurück auf das Jahr 2012: Die Kita-Leiterin soll ein dreijähriges Kind für kurze Zeit an einem Baum gefesselt haben, um es zu zwingen, wieder an den Aktivitäten der Gruppe teilzunehmen. In einem parallel laufenden Zivilprozess, dem eine Klage der Kita-Betreiber gegen Eltern zugrunde lag, sieht das Amtsgericht zudem weitere Vorwürfe als bestätigt an. Demnach wurden in der Einrichtung Kinder zwangsgefüttert und zum Mittagsschlaf derart eingewickelt, dass sie sich kaum noch bewegen konnten. Dies habe "unter Umständen gefährlich sein" können.

"Report Mainz" hatte im Dezember 2012 erstmals über den Verdacht der Kindesmisshandlung in der Kita "Little Giants" in Trossingen berichtet. Aufgrund der Vorgänge leitete die Staatsanwaltschaft Rottweil seinerzeit umfangreiche Ermittlungen ein. Eltern der betroffenen Kinder meldeten ihre Kinder von der Kita ab und stellten die weitere monatliche Zahlung der Beiträge ein. Dagegen klagte die Firma "Giant Leap GmbH", die die Kita betreibt.

In seinem Urteil vom 28.02.2014, das "Report Mainz" vorliegt, gab das Amtsgericht Spaichingen einem Elternpaar nun recht: Mit einigen der in der Kita "Little Giants" betreuten Kindern sei in einer Art und Weise umgegangen worden, die eine sofortige Vertragsbeendigung gerechtfertigt habe. Die damalige Kita-Leiterin habe im Herbst 2012 "wiederholt Kinder durch Anwendung von Gewalt gezwungen (...), Nahrung aufzunehmen." Das Schlafen der Kinder sei zudem in der Form praktiziert worden, dass die Kinder "beinahe bewegungslos waren", was "unter Umständen gefährlich sein kann". Weiter heißt es in dem Urteil: "Schließlich hat die damalige Heimleiterin zumindest in einem Fall ein Kind aufgefordert, ein anderes zu beißen." Die Aussagen einer Praktikantin, so das Gericht, seien "glaubhaft", ebenso wie die Angaben einer Mutter, die ebenfalls als Zeugin auftrat.

Laut Urteil hatten die Betreiber der Kita die Vorwürfe abgestritten. Es sei zu "keinen Kindesmisshandlungen" gekommen. Gegen die Entscheidung des Amtsgerichts haben sie Berufung eingelegt. Das Arbeitsverhältnis mit der Kita-Leiterin haben sie laut Urteil wegen deren "herrischem Verhalten" beendet.

Weitere Informationen unter www.reportmainz.de. Zitate gegen Quellenangabe ""Report Mainz"" frei. Fragen bitte an ""Report Mainz"", Tel. 06131/929-33351.

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