DLRG - Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
DLRG Bilanz 2025: Einsatzkräfte retten 1.154 Menschenleben
Bad Nenndorf/Bremen (ots)
- ehrenamtliche Rettungsschwimmer rund 2,6 Millionen Stunden im Einsatz
- steigendes Interesse von Kindern und Jugendlichen
- Präsidentin mahnt zur Vorsicht während der Badesaison
Die Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) haben im vergangenen Jahr 1.154 Menschen das Leben gerettet. Allein über 700-mal waren sie im Wasser noch rechtzeitig zur Stelle. Mehr als 51.000 ehrenamtliche Helfer engagierten sich 2025 bundesweit, um Millionen Menschen eine sichere Freizeit im und auf dem Wasser zu ermöglichen. "Dank unserer freiwilligen Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer sind wir für auch für die anstehende Badesaison gut gerüstet", sagte die Präsidentin der DLRG, Ute Vogt, bei der Präsentation der Jahresbilanz 2025 am Mittwoch (13. Mai) in Bremen.
Insgesamt verbrachten die Retter vergangenes Jahr knapp 2,6 Millionen Stunden ihrer Freizeit im Einsatz an Badestränden, Flüssen und in Schwimmbädern. Während dieser Zeit leisteten sie rund 44.000 Menschen unmittelbar Hilfe. In knapp 4.000 weiteren Einsätzen sicherten die Wasserretter Sachwerte, retteten Tiere und verhinderten Umweltgefahren. Zu den Wachgebieten der DLRG zählen jeweils über 1.200 Schwimmbäder und Freigewässer, darunter auch mehr als 80 Strandabschnitte an Nord- und Ostsee.
Retter-Nachwuchs zahlreich wie nie
Ein Blick auf die Zahlen in der Nachwuchs-Arbeit der DLRG zeigt, dass Badegäste und Wassersportler sich auch künftig auf die rot gekleideten Rettungsschwimmer verlassen können. "Zum ersten Mal überhaupt haben unsere Ausbilderinnen und Ausbilder in einem Jahr über 10.000 erfolgreiche Prüfungen für das Juniorretter-Abzeichen abgenommen. Viele Kinder haben Interesse daran, sich nach dem Schwimmenlernen auch mit dem Rettungsschwimmen zu beschäftigen. Das lässt mich sehr optimistisch in die Zukunft blicken", so Ute Vogt. Mit dem Abzeichen Juniorretter, das 2025 insgesamt 10.239 Jungen und Mädchen ablegten, starten Kinder ab zehn Jahren in die Ausbildung zum Rettungsschwimmer.
Im Alter von 14 Jahren können sie erstmals das Rettungsschwimmabzeichen in Silber ablegen. Dieses qualifiziert für den Einsatz in der Badeaufsicht in Schwimmbädern und an Stränden, der jedoch frühestens ab 16 Jahren möglich ist. Bis dahin lernen viele Nachwuchskräfte in den Jugendeinsatzteams, worauf es im Wasserrettungsdienst ankommt. Die Teams erfreuen sich seit Jahren wachsender Beliebtheit. Über 8.900 junge Mitglieder nahmen vergangenes Jahr an der Ausbildung in den Teams teil. Nach Auffassung der DLRG Präsidentin ist hier das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht: "Auf dieses Instrument für die Nachwuchsgewinnung werden künftig sicher noch mehr Ortsgruppen setzen. Da schlummert noch eine Menge Potenzial."
Mit dem Rettungssport hat die DLRG eine weitere Möglichkeit, Kinder nach der Schwimmausbildung ein Angebot für die Freizeitgestaltung zu unterbreiten. Knapp 50.000 DLRG Mitglieder nahmen vergangenes Jahr an Wettkämpfen von der Ortsebene bis zu Deutschen Meisterschaften teil. Die besten Athleten vertraten Deutschland in der Nationalmannschaft bei den Europameisterschaften in Polen und den World Games in China. Bei den nur alle vier Jahre stattfindenden Weltspielen nicht-olympischer Sportarten trug das DLRG Team mit 14 Medaillen wesentlich zu Rang zwei für Deutschland in der Nationenwertung bei. Ute Vogt: "Diese tollen Leistungen motivieren wiederum unsere Jüngsten. Viele von ihnen entscheiden sich später hoffentlich auch für den ehrenamtlichen Dienst an den Badestellen."
Für zahlreiche junge Rettungsschwimmer ist ein Einsatz auf den DLRG Stationen an der Nord- und Ostseeküste besonders interessant. Von Anfang Mai bis September wachten allein über 7.000 Einsatzkräfte knapp 590.000 Stunden an den rund 100 bewachten Badestellen, die dem zentral organisierten Wasserrettungsdienst der DLRG angeschlossen sind. Während der Hauptferienzeit im Hochsommer sind zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten fast 850 Rettungsschwimmer gleichzeitig im Einsatz.
Mehr Abzeichen beim Schwimmen und Rettungsschwimmen
Das für die Tätigkeit als Rettungsschwimmer benötigte Deutsche Rettungsschwimmabzeichen Silber haben 2025 bei der DLRG knapp 40.825 Personen abgelegt - deutlich mehr als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre (38.362). Wer die Prüfung bestanden hat, kann sich ehrenamtlich am Beckenrand oder Badestrand engagieren oder auch als Rettungsschwimmer hauptberuflich tätig sein. "Das sind jedoch in der Regel keine Fachkräfte für Bäderbetriebe, von denen es leider weiterhin viel zu wenige gibt", so Vogt.
Die Bilanz in der Schwimmausbildung 2025 fällt ähnlich wie im Jahr zuvor aus: Die Ausbilder der DLRG gaben über 96.000 Schwimmabzeichen aus. Knapp die Hälfte davon entfiel auf das Deutsche Schwimmabzeichen Bronze (Freischwimmer), das als Nachweis für sicheres Schwimmen gilt. Rund 53.400 Kindern gelang mit dem Seepferdchen-Abzeichen der Einstieg in das Schwimmen lernen.
DLRG mahnt zu Beginn der Badesaison zur Vorsicht
Zum Auftakt in die diesjährige Badesaison warnt die DLRG Präsidentin davor, Gefahren zu unterschätzen: "Im Mai und auch zumeist noch im Juni sind die Gewässer oft noch kalt. Daran muss sich der Körper langsam gewöhnen. Wer übermütig handelt, riskiert unter Umständen sein Leben." Das gilt auch für Personen, die in schnell strömenden oder viel befahrenen Gewässern baden und schwimmen gehen. Häufig sind es wenig geübte Schwimmer oder gar Nichtschwimmer, die in Gefahr geraten. Die DLRG empfiehlt deshalb, möglichst nur Schwimmbäder und bewachte Badestellen aufzusuchen. "Alkohol und andere Drogen sind äußerst schlechte Begleiter an sonnigen Badetagen. Die verändern die Wahrnehmung, stressen den Körper und verleiten zu übermütigem Verhalten", ergänzt Ute Vogt.
Erneuter Mitgliederrekord
Ende des Jahres 2025 zählten die Wasserretter 642.082 Mitglieder in ihren Reihen - erneut ein Höchststand in der Geschichte der Organisation und ein Anstieg um 2,34 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp die Hälfte der Mitglieder (49 Prozent) sind Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre.
Für die ehrenamtlichen Tätigkeiten wendeten die aktiven Mitglieder der DLRG zusammengenommen über neun Millionen Stunden ihrer Freizeit auf. Zur Finanzierung ihrer Aufgaben ist die DLRG auf Spenden angewiesen. Mehr als 1,3 Millionen Menschen zählt der Verband zu seinem Fördererkreis. "Ohne die Unterstützung unserer Förderinnen und Förderer wären wir nicht so leistungsfähig. Ihr Vertrauen ist zudem eine unschätzbare Anerkennung für unsere ehrenamtliche Arbeit", so Ute Vogt.
Über die DLRG
Die DLRG als private Wasserrettungsorganisation hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen vor dem Ertrinken zu bewahren. Hierfür klären ihre ehrenamtlich Aktiven über Wassergefahren auf, bringen Menschen das Schwimmen bei und bilden sie im Rettungsschwimmen aus. Zudem wachen über 50.000 Rettungsschwimmerinnen und Rettungsschwimmer jährlich 2,6 Millionen Stunden über die Sicherheit von Badegästen und Wassersportlern. Sie engagieren sich darüber hinaus in der örtlichen Gefahrenabwehr und bilden Einheiten der rund 80 DLRG Wasserrettungszüge für den Bevölkerungs- und Katastrophenschutz. Die DLRG zählt derzeit über 640.000 Mitglieder. Mehr als 1,3 Millionen Förderinnen und Förderer unterstützen die lebensrettende Arbeit mit Spenden. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.
Weitere Informationen zur DLRG Bilanz sowie den DLRG Jahresbericht 2025 gibt es im Internet unter dlrg.de/bilanz. Grafiken, passendes Bildmaterial sowie O-Töne für Audioformate stehen im DLRG Medienportal zum Download bereit.
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