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Kinderhilfsorganisation World Vision bleibt beim Konzept der Patenschaften - Viele Vorteile bei der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit

Friedrichsdorf (ots) - Als Reaktion auf den Artikel zu Kinderpatenschaften in der Wochenzeitung "Die Zeit" betont die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision, dass sie auch in Zukunft am Konzept der Kinderpatenschaft festhalten wird. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Christoph Hilligen betont: "Kinderpatenschaften sind eben NICHT ein ausschließliches Marketing-Instrument. Wir als Kinderhilfsorganisation sehen darin die fantastische Möglichkeit, Kindern eine Stimme zu geben und sie zu Wort kommen zu lassen. Außerdem gibt uns das Patenschafts-Konzept die Möglichkeit, unsere Projekte über einen langen Zeitraum durchzuführen. Dadurch ist die Chance der Nachhaltigkeit unserer Meinung nach besonders hoch."

Folgende Gründe sprechen für das Patenschafts-Konzept:

1. Über den Kontakt zu ihren Paten fungieren Patenkinder als Botschafter ihrer Lebenswirklichkeit und als Anwälte aller Kinder, die im Projektgebiet leben. Wenn es zu Problemen kommt, erfährt World Vision das auch über ihre Briefe an die Paten. In Paragraph 6 der Kinderrechtskonvention steht geschrieben, dass Kinder das Recht haben, sich zu informieren, sich mitzuteilen, gehört zu werden und sich zu versammeln. Dieses Recht setzt das Kinderhilfswerk um, indem Kinder in der Projektregion zu allen Maßnahmen, die gemeinsam mit der Bevölkerung geplant werden, gehört werden müssen und Mitbestimmungsrechte haben. Über die Briefe an ihre Paten haben sie aber auch die Möglichkeit, sich konstant mitzuteilen. Paten können sich an World Vision wenden und auf Probleme oder Unstimmigkeiten aufmerksam machen. Diesen können die Mitarbeiter vor Ort dann nachgehen. Bei Konzepten ohne die direkte Verbindung zwischen Spender und Empfänger besteht eine solche Möglichkeit nicht.

2. Das Konzept ist auf langfristige und nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit ausgelegt. Mit ihrer Dauerspende finanzieren Paten Projekte über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren. Die lange Begleitung durch Mitarbeiter vor Ort ermöglicht den Aufbau von Strukturen und die Vermittlung von Kenntnissen, die auch nach dem Ende der Projekte genutzt werden. Auf Armutsprobleme kann flexibel mit Maßnahmen der Gesundheitsversorgung, wozu auch Nahrungsmittelsicherheit gehört, der Schul- und Ausbildung, im Agrarbereich und im Bereich Kleinkredite reagiert werden. Die Qualitätskontrolle ermöglicht Nachbesserungen. Es geht bei allem darum, dass sich das Umfeld der Kinder positiv verändert und die Menschen in die Lage versetzt werden, die begonnen Entwicklungsprozesse selbständig weiter zu führen.

3. Der Bevölkerung wird deutlich vermittelt, dass das Wohl der Kinder bei der Unterstützung durch World Vision im Mittelpunkt steht. Die Hilfe bezieht sich auf alle Kinder, die im Projektgebiet leben und nicht nur auf die Patenkinder. Das wissen auch die Paten und unterstützen dieses Konzept ausdrücklich.

4. Es geht nicht nur darum, dass der Pate einseitig über das Land des Patenkindes informiert wird. Das Patenkind erfährt ebenso etwas über die Wertvorstellungen und Lebensgewohnheiten der Spender in Deutschland. Der kulturelle Austausch ist eine gegenseitige Angelegenheit und kann auf individueller Basis sehr intensiv sein.

5. Viele Spender möchten wissen, wo ihre Spende eingesetzt wird und wie die Arbeit wirkt. Über den direkten Kontakt und konstante Informationen über die Projektarbeit ist dies gewährleistet. Die Möglichkeit, direkt mit dem Patenkind in Kontakt zu treten oder es ggf. sogar selbst zu besuchen, bietet ein Höchstmaß an Transparenz.

World Vision setzt sich auch in Form von politischer Anwaltschaftsarbeit für die Rechte der Kinder in den Entwicklungsländern ein. Lokal etwa durch Vermittlung von Geburtsurkunden oder Koaltiionen zum Kinderschutz. International konnte World Vision beispielsweise gemeinsam mit anderen NGOs auf dem G8 Gipfel in Toronto dafür sorgen, dass die Muskoka-Initiative ins Leben gerufen wurde. Der Aktions-Plan gegen Kleinkind- und Müttersterblichkeit, der während des MDG-Gipfels in New York verabschiedet wurde, kam maßgeblich durch Lobbyarbeit und Kooperation mit der UN, anderen NGOs und anderen gesellschaftlichen Unternehmen und Organisationen zustande.

Link zum Peru-Film, der das World Vision Patenschafts-Konzept erklärt: http://www.youtube.com/watch?v=Ef4GYQMjTj4

HINTERGRUND

World Vision Deutschland e.V. ist ein christliches Hilfswerk mit den Arbeitsschwerpunkten nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit, humanitäre Hilfe und entwicklungspolitische Anwaltschaftsarbeit. Im Finanzjahr 2009 wurden 239 Projekte in 48 Ländern durchgeführt. World Vision Deutschland ist Teil der weltweiten World Vision-Partnerschaft. www.worldvision.de

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