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Lausitzer Rundschau: Jörg Kachelmann aus Untersuchungshaft entlassen

Cottbus (ots) - Vor Gericht sind alle Menschen gleich. Das gilt auch im Ermittlungsverfahren. Wie schwer sich die Justiz jedoch damit bei Prominenten tun kann, zeigt der Fall des Wettermoderators Jörg Kachelmann. Der kommt nun nach vier Monaten Untersuchungshaft auf freien Fuß. In sechs Wochen muss er sich wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und gefährlichen Körperverletzung seiner Ex-Freundin vor Gericht verantworten. Ob er verurteilt wird, scheint längst fraglich. Die Aussage des mutmaßlichen Opfers steht gegen die Aussage des mutmaßlichen Täters. Durch Änderungen in ihren Schilderungen hatte die Ex-Freundin des Moderators in den vergangenen Wochen auch noch selbst ihre Glaubwürdigkeit beschädigt. Irgendein beschuldigter Durchschnittsmann wäre in dieser Situation sicher schon lange mit Auflagen aus der Haft gekommen. Auch wenn er wie Kachelmann Schweizer Staatsbürger wäre. Doch mit der spektakulären Festnahme Kachelmanns hatte die Mannheimer Staatsanwaltschaft sich selbst unter Druck gesetzt und ein riesiges öffentliches Interesse auf den Fall gezogen. Ein Interesse, das die Ermittlungen seitdem belastet, weil immer mehr Details aus den Akten und Gutachten publik werden, bevor der Prozess gegen Kachelmann begonnen hat. Doch nur im Gerichtssaal ist der Platz für die Wahrheitsfindung. Dabei geht es nur um Strafbares, nicht um ein moralisches Urteil über das Privatleben des Wettermanns. Dass das inzwischen ebenfalls öffentlich ausgebreitet wurde, kann auch ein möglicher Freispruch nicht mehr ungeschehen machen.

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