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Neue Westfälische (Bielefeld)

Neue Westfälische: KOMMENTAR Schwarz-Gelb und die Gesundheit Nicht nur Geschenke ALEXANDRA JACOBSON, BERLIN

Bielefeld (ots)

Zunächst schien es so, als wollte die
schwarz-gelbe Wohlfühl-Koalition Geschenke verteilen. Doch 
mittlerweile blättert von der glänzenden "Mehr-Netto-vom 
Brutto-Verpackung" der erste Lack ab. Nicht nur, weil die teuren 
Wohltaten den sowieso schon rekordverdächtigen Schuldenberg weiter 
anwachsen lassen. Nun wird klar, dass die schöne neue Welt nicht nur 
aus Entlastungen besteht, sondern auch aus neuen Kosten.
Bei der Pflegeversicherung ist der Einstieg in eine kapitalgedeckte 
Zusatzversicherung zu begrüßen. Schon bei der Einführung der 
Pflegeversicherung 1995 war klar geworden, dass das Umlage-Verfahren 
an seine Grenzen stößt. Es macht einfach keinen Sinn, auch noch das 
Pflegerisiko zu hundert Prozent auf die Arbeitskosten draufzusatteln.
So verteuert sich die Arbeit, was die Schaffung neuer Arbeitsplätze 
behindert.
Die Einsicht war übrigens auch der SPD nicht ganz fremd, was sich im 
Koalitionsvertrag von 2005 widerspiegelte. Doch in der großen 
Koalition fehlte dann der Wille zur Umsetzung.
Es ist gut, wenn die schwarz-gelbe Regierung die Pflegeversicherung 
zukunftsfester macht. Wichtig ist aber, dass sich die ergänzenden 
Beiträge im Rahmen halten und sozial verträglich sind. Das heißt, 
dass Bedürftige von der Zuzahlung natürlich befreit sein müssen.
Falls es der FDP wirklich gelungen sein sollte, den Gesundheitsfonds 
zu kippen, ist das ebenfalls positiv. Dieses bürokratische Monstrum 
hat das Gesundheitssystem noch undurchschaubarer gemacht. Doch nun 
kommt es darauf an, den Druck im Kessel zu behalten. Dass die 
Gesundheit auf Dauer für den Einzelnen teurer wird, ist nur zu 
rechtfertigen, wenn auch andere ihren Beitrag leisten. Die 
Pharmabranche zum Beispiel darf mit ihren überteuerten 
Arzneimittelpreisen nicht einfach ungeschoren davon kommen.

Pressekontakt:

Neue Westfälische
Jörg Rinne
Telefon: 0521 555 276
joerg.rinne@neue-westfaelische.de

Original-Content von: Neue Westfälische (Bielefeld), übermittelt durch news aktuell

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