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Kommentar zur US-Kriegsführung mit Toten: Die Mär vom präzisen Töten

Berlin (ots)

Bei 50 000 Luftangriffen in Syrien, Afghanistan und dem Irak wurden weit mehr Zivilist*innen getötet als vom US-Militär eingeräumt. Öfter als offiziell verlautbart bildeten sich Militärs ein, ein Angriff stünde bevor und rechtfertigen so auch Luftschläge auf Motorradfahrer oder im Rahmen von sogenannten Signature-Strikes. Bei denen wird überwiegend aufgrund digitaler Erkenntnisse getötet. Der Beschuss richtet sich dabei auf ein Smartphone, das einem vermeintlichen Aggressor zugeordnet wird.

Längst sind diese Taktiken von Taliban, IS-Kämpfern und Terroristen erkannt, die in der Zivilbevölkerung oder untereinander Sim-Karten tauschen, um die Spurenleser der Militärs zu verwirren. Die Recherchen der "New York Times" überraschen niemanden, der in den letzten Jahren Drohnenbedienern wie Brandon Bryant zugehört hat. Er beschrieb die zivilen Opfer und unpräzisen Luftschläge vor dem Deutschen Bundestag und den Vereinten Nationen. Spätestens mit den Veröffentlichungen des NSA-Whistleblowers Edward Snowden 2013 ist klar, wie die Geheimdienste im Drohnenkrieg operieren.

Zu den Profiteuren der US-Luftschläge gehörten im Irak und in Afghanistan auch deutsche Truppen. Selbst, wenn sich darüber streiten lässt, ob direkt oder nur indirekt. Die Details der Operationen des Kommando Spezialkräfte mit den US-Truppen sind Geheimsache. Die deutsche Regierung baut in der Debatte um bewaffnete Drohnen die Mär auf, mit ihren Drohnen andere Standards bei der Identifizierung von möglichen Zielen einhalten zu wollen, präziser töten zu wollen, als das in der Kritik stehende US-Militär. Fakt bleibt: Wer Drohnen bewaffnet, wird früher oder später auch Zivilist*innen damit töten. Die Menge der so begangenen Menschenrechtsverletzungen darf keine Rolle spielen.

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