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Neues Deutschland: zur Debatte um die FDP

Berlin (ots) - Den treffendsten Kommentar lieferte gestern ganz bestimmt Frank-Walter Steinmeier. Der machte »mehr als ein nur inhaltliches Problem aus«, registrierte die beispiellose (!) Implosion der Partei und riet, sich mit großer Ernsthaftigkeit der inhaltlichen Auseinandersetzung zu stellen, statt sich auf kosmetische Operationen zu verlassen. Wohlgesetzte Worte, die man sich von Steinmeier schon lange gewünscht hat. Der SPD-Fraktionschef sprach allerdings nicht über seine eigene Partei, sondern über die Liberalen, auch wenn doch nur die SPD der FDP wirklich das Wasser reichen kann in Sachen Implosion. Und sein guter Rat kann nicht als späte Einsicht gewertet werden, denn die SPD hat ihr Implosionsproblem ganz ähnlich zu lösen versucht wie jetzt die FDP. Unter vermeintlicher Wahrung des Gesichts und Bewahrung möglichst vieler Gesichter. Da kann also der FDP bereits jetzt vorausgesagt werden, wie das Ganze enden wird. Wie bei der SPD, deren Wahlschlappe am vorletzten Wochenende nur deshalb nicht so ins Auge gestochen ist, weil genug andere noch schlapper waren. Es wird einen neuen FDP-Vorsitzenden geben. Das zählt viel in der politischen Landschaft, weil Schilderträger in der Demokratie meist wichtiger sind als das, was auf den Schildern steht. Aber es ist trotzdem nichts. Die FDP hat Steinmeiers Rat gleich zu Beginn ihrer Aufarbeitung in den Wind geschlagen. Und Rainer Brüderle kann demnächst sicher mal den Steinmeier machen, als Ratgeber.

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