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Neue OZ: Kommentar zu Obama
Ölkatastrophe

Osnabrück (ots) - Wann fängt er an?

Was die meisten Amerikaner von ihrem Präsidenten über die Öl-Katastrophe hören wollten, hat er nicht gesagt; was viele nicht hören wollen, dafür umso klarer.

Einfühlsam erinnerte Obama daran, dass den Bewohnern der US-Südküste der Verlust ihrer Lebensweise droht. Wie er dagegen angeht, blieb aber vage. Ein Entschädigungsfonds des Energieriesen BP, ein paar Krisenstäbe: Das war's. Würde Obama in dieser gewaltigen Krise wirklich Führung zeigen, hätte er spätestens drei Tage nach Beginn die Ölförderung in allen Hochrisikobereichen gestoppt. Schließlich steckt in den Notfallplänen der Wettbewerber auch nicht mehr Substanz als in jenen von BP.

Klar, ein solcher Schritt hätte weltweit die Energiepreise hochgejagt und die Wirtschaft jäh gebremst. Aber nur so würde für jedermann begreifbar, was Obama mit Blick auf die Zukunft gesagt hat: dass Amerika runter muss von seiner "Sucht nach fossiler Energie".

Ein ernsthafter Einstieg in den Entzug wird nur per Schocktherapie gelingen. Schließlich bedeutet dieser Entzug den Abschied von lieb gewonnenen Wohlstands- und Mobilitätsstandards. Also von der Lebensweise, die in ganz Nordamerika genau wie in Europa die vorherrschende ist. Wenn Obama in diese hochgradig unpopuläre, aber richtige Richtung führen will - wann will er damit anfangen, wenn nicht heute?

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