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Neue OZ: Kommentar zu Österreich
Kunst

Osnabrück (ots) - Verschüttete Optionen

Das Linzer Festival bricht mit einem Tabu - es setzt mit Visionen auch Utopie wieder auf die Agenda. Das mutet fast fremd an in einer Zeit, die sich daran gewöhnt, von Finanzkrise bis Umweltkatastrophe nur noch Desaster zu managen. Das Übermaß der Probleme fokussiert den Blick auf die unmittelbare Gegenwart. Der weite und gar noch hoffnungsvolle Blick nach vorn scheint verstellt.

Was heute zum kulturellen Habitus ausgehärtet ist, hat eine inzwischen drei Jahrzehnte währende Vorgeschichte. Der Beginn der Achtzigerjahre markiert die mentale Zeitenwende - weg von der Utopie hin zur generalisierten Befürchtung. Wettrüsten, Umweltschäden, Wachstumsskepsis: Diese Themen verdüstern einen Horizont, den der Mauerfall nur vorübergehend aufhellen konnte. Visionen haben wir uns abgewöhnt.

Dabei könnten sie helfen - als Hoffnung auf eine Zukunft, die ihren Namen verdient, und als Lockerungsübung gegen hartnäckigen Fatalismus. Visionäre entdecken hinter dem Horizont Möglichkeitsräume statt des sicher geglaubten Weltuntergangs. Das Linzer Festival macht uns weit über die Medienkunst hinaus Mut, indem es an verschüttete Optionen erinnert. Na denn - vorwärts!

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