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WAZ: Finanzbeamte in die Schulen: Ein Versuch - Kommentar von Sigrid Krause

    Essen (ots) - Wenn das kein Angebot ist: Ingenieure, Biologen, Förster oder Finanzbeamte, deren Jobs die schwarz-gelbe Landesregierung für verzichtbar hält, sollen an die Schulen gehen. Dort fehlen auch im Jahr zwei nach dem Regierungswechsel viele Fachlehrer, was vor allem jene Eltern ärgert, die Rüttgers' Wahlkampf-Versprechen von Stunden- Garantien ohne Tricks noch gut im Ohr haben. Der Gedanke ist ja bestechend: Hoch qualifizierte, gut bezahlte, aber unkündbare Beamte wechseln dorthin, wo Fachwissen dringend benötigt wird. Offenbar ist aber auch im Ministerium klar, dass die neue Ressource „Rationalisierungsopfer” nur bedingt nutzbar ist. 250 Stellen, mehr nicht, hofft die Ministerin so zu besetzen. Verständlich beim Blick auf die Zielgruppe: Die „notwendige Verschlankung” der Landesverwaltung traf bisher das Landesjustizvollzugsamt, vier Polizeipräsidien, zwei Oberfinanzdirektionen und die amtliche Prüfstelle für Feuerlöscher in Telgte. Nur wenige, die hier bisher gewissenhaft dem Staat gedient haben, dürften dem quirligen Alltag mit Mädchen und Jungen gewachsen sein. Der Versuch ist aller Ehren wert. Der Erfolg wird sehr begrenzt sein.

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