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WAZ: Im Ausnahmezustand - Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Die FDP - angesichts miserabler Umfragewerte seit Monaten ohnehin in großer Unruhe - befindet sich nach den Wahlschlappen vom Sonntag gänzlich im geistigen Ausnahmezustand. Anders ist der radikale Kurswechsel in der Atompolitik nicht zu erklären. Eben noch Fürsprecher möglichst langer Laufzeiten, können die Reaktoren nach Meinung der Liberalen nunmehr gar nicht schnell genug vom Netz. Der Partei fehlt jede Orientierung. Der Vorsitzende, der den Kurs vorgeben sollte, hat alle Hände voll zu tun, seinen eigenen Kopf zu retten. Und es wird immer unwahrscheinlicher, dass Guido Westerwelle dies gelingt. Zwar halten sich mögliche Nachfolger noch bedeckt; doch in der Partei wächst der Unmut, die Jüngeren fordern bereits unverhohlen personelle Konsequenzen. Sollte allerdings die unzufriedene liberale Basis glauben, mit einem Personalwechsel an der Spitze allein sei der Umschwung schon geschafft, so liegt sie falsch. Will die FDP auf Dauer ihren Platz in der Politik verteidigen, muss sie sich aus der Nische der Partei für Reiche, Unternehmer und Atomlobbyisten befreien. Dazu braucht es einen langen Atem. Und keine hektischen Kurswechsel.

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