DAK-Gesundheit fordert Krankenstands-Gipfel beim Kanzler
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DAK-versicherte Beschäftigte waren 2025 im Durchschnitt an 19,5 Kalendertagen krankgeschrieben. Die DAK-Gesundheit hat die Krankschreibungen für das Gesamtjahr 2025 ausgewertet. Der Krankenstand in Deutschland pendelt sich demnach auf einem hohen Niveau ein. DAK-Chef Andreas Storm fordert die Einführung einer Teilkrankschreibung als wichtiges Instrument zur Senkung des Arbeitsausfalls. Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung.
DAK-Gesundheit fordert Krankenstands-Gipfel beim Kanzler
- Krankenstands-Analyse 2025 der DAK-Gesundheit zeigt: Mit 19,5 Fehltagen pro Kopf bleibt Krankenstand auf anhaltend hohem Niveau
- Auffälliges Plus von 6,9 Prozent bei den Fehltagen aufgrund psychischer Erkrankungen
- DAK-Chef Storm fordert Einführung einer Teilkrankschreibung als wichtiges Instrument zur Senkung des Arbeitsausfalls
Die DAK-Gesundheit fordert einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt. Nach der gemeinsam mit dem IGES Institut durchgeführten Krankenstands-Analyse für das Gesamtjahr 2025 waren DAK-versicherte Beschäftigte im Durchschnitt 19,5 Kalendertage krankgeschrieben. Zum Vorjahresvergleich bleibt der Krankenstand mit 5,4 Prozent damit stabil, jedoch auf einem weiterhin hohen Niveau. Die meisten Fehltage gingen erneut auf das Konto von Atemwegserkrankungen. Sie verursachten vergleichbar viel Arbeitsausfall wie im Vorjahr. Danach folgten psychische Erkrankungen mit einem Plus von 6,9 Prozent. Sie verdrängten Muskel-Skelett-Probleme als bisher zweitwichtigsten Grund für krankheitsbedingte Arbeitsausfälle auf Platz drei. DAK-Vorstandsvorsitzender Andreas Storm begrüßt die vom Bundeskanzler Friedrich Merz angestoßene Debatte um den im internationalen Vergleich hohen Krankenstand. Er fordert deshalb einen Krankenstands-Gipfel im Kanzleramt.
„Unsere Analysen zeigen, dass sich der Krankenstand auf einem hohen Niveau einpendelt. Deswegen ist es richtig und notwendig, eine fundierte Ursachenforschung voranzutreiben. Hierfür braucht es ein gemeinsames Handeln: Ein durch den Bundeskanzler initiierter Krankenstands-Gipfel sollte Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzteschaft und Krankenkassen an einen Tisch bringen“, so DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Dabei geht es insbesondere darum, neue Lösungswege zu entwickeln. Ein wichtiger Baustein kann die Einführung einer Teilkrankschreibung bei bestimmten Erkrankungen und Diagnosen sein. Sie ist bereits ein bewährtes Instrument in skandinavischen Ländern.“
Auch Prof. Dr. Volker Nürnberg, BWL-Professor für Gesundheitsmanagement, sieht in der Teilkrankschreibung ein geeignetes Instrument: „Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter befinden sich nicht in einem eindeutigen Zustand von gesund oder krank, sondern dazwischen. Deshalb macht eine Teilkrankschreibung für bestimmte Tätigkeiten oder nur für einen Teil der Arbeitsstunden Sinn – das können zum Beispiel drei von acht Arbeitsstunden pro Tag sein – dort wo möglich auch im Homeoffice. Eine solche Regelung hat das Potenzial, zu einem signifikant niedrigeren Krankenstand zu führen.“
Für die aktuelle Analyse zu den Fehlzeiten im Gesamtjahr 2025 hat das Berliner IGES Institut im Auftrag der DAK-Gesundheit die Daten von rund 2,4 Millionen bei der Kasse versicherten Beschäftigten ausgewertet. Das Ergebnis: 2025 hatten die Beschäftigten im Durchschnitt 19,5 Fehltage pro Kopf – etwa so viel wie im Vorjahr (19,7 Tage). Atemwegsprobleme, psychische Erkrankungen sowie Muskel-Skelett-Erkrankungen waren zusammen für rund die Hälfte aller Ausfalltage verantwortlich. Im Vorjahresvergleich gab es 2025 bei den psychischen Erkrankungen einen Zuwachs von 6,9 Prozent auf rund 366 Fehltage je 100 Versicherte. Die Fehltage aufgrund von Atemwegsproblemen und Muskel-Skelett blieben hingegen mit 378 beziehungsweise 347 Tagen je 100 Versicherte weitgehend unverändert. „Psychisch bedingte Krankschreibungen sind oft mit langen Ausfallzeiten verbunden“, sagt DAK-Vorstandschef Andreas Storm. „Die Betriebe stehen vor der Herausforderung, eine hohe Zahl an Ausfalltagen wegen dieser Erkrankungen kompensieren zu müssen. Auch mit Blick auf die Wirtschaft ist Prävention das Gebot der Stunde.“
Prof. Dr. Nürnberg bestätigt, dass die psychischen Erkrankungen Treiber beim hohen Krankenstand sind: „Auch hier geht es nur im Zusammenspiel: Sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst als auch Arbeitgeber müssen auf gesünderes Arbeiten achten.“
Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung lag 2025 bei knapp zehn Tagen. Bei den älteren Beschäftigten konnte ein Fall jedoch auch wesentlich langwieriger sein. So dauerte eine Krankschreibung bei den über 60-Jährigen im Durchschnitt etwa zwanzig Tage. Die DAK-Gesundheit beobachtet seit Jahren, dass es bei älteren Beschäftigten zunehmend zu längeren Krankschreibungen kommt und sie eher seltener, aber dafür im Durchschnitt immer länger krankgeschrieben sind. Trotz des demografischen Wandels wird durch diesen Umstand der Wert des Krankenstands insgesamt bisher noch nicht beeinflusst.
Im Branchenvergleich zeigt die Analyse der DAK-Gesundheit den höchsten Krankenstand im Gesundheitswesen mit 6,2 Prozent. Entsprechend hatten Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeheimen pro Kopf die meisten Fehltage: durchschnittlich 22,5 Tage pro Jahr. Den niedrigsten Krankenstand hatten Beschäftigte in der Datenverarbeitungsbranche mit 3,4 Prozent und durchschnittlich nur 12,6 Fehltagen pro Kopf und Jahr.
Die DAK-Gesundheit versichert bundesweit 5,4 Millionen Menschen und setzte sich für gesundes Arbeiten ein. Mehr Infos zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement der Kasse unter: www.dak.de/bgm
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