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Lausitzer Rundschau: Einer von vielen Zum Karriere-Aus von HSH-Chef Dirk Jens Nonnenmacher

Cottbus (ots) - Jetzt ist er also weg vom Fenster, der Professor Dirk Jens Nonnenmacher, Chef der staatseigenen HSH-Nordbank und in den letzten Monaten in der Presse die Steilvorlage für einen gewissenlosen, noch dazu auch erfolglosen Finanzmanager - einer, der die eigene Kasse füllt und die öffentlichen leerte. Hamburg und vor allem das hoch verschuldete Schleswig-Holstein haben sich die Geschäftspraktiken der Bank drei Milliarden Euro an Kapitalspritze und weitere zehn Milliarden Euro an Bürgschaften kosten lassen. Aber nicht diese Zahlen haben Nonnenmacher aus der Bahn geworfen. Gehen muss er wegen undurchsichtiger Praktiken einer Sicherheitsfirma, die er beauftragte und gegen die inzwischen die Staatsanwaltschaft ermittelt. Dass der Mann, der ein Trümmerfeld hinterlässt, einiges mitnehmen darf an Abschiedsvergütung, scheint möglich. Es gibt ja inzwischen entsprechende Gerichtsurteile, die Bankern selbst dann satte Abfindungen zusprechen, wenn sie auf ganzer Linie versagt haben. Mit dem Fall Nonnenmacher rückt noch einmal das traurigste Kapitel der Finanzkrise in Deutschland ins Blickfeld. Fast ausnahmslos haben die Landesbanken damit Schlagzeilen gemacht, dass sie noch schlechter dastehen, als ihre privatwirtschaftlichen Konkurrenten und deswegen auch ganz vorne erscheinen auf der Liste derer, die Steuergelder zum Überleben benötigten. Längst ist damit klar, dass das Modell der öffentlich-rechtlichen Landesbanken, die von der Politik kontrolliert werden, sich nicht als krisenfest erwies, sondern im Gegenteil zum Problemkind, das jetzt Mittel bindet, die an anderer Stelle dringend benötigt werden. Mit einer Mischung aus Großmannssucht und Laienschauspielkunst hatten Politiker jeder Couleur mitspielen wollen in der globalen Finanzwelt. Selbst die ansonsten in Gelddingen so klug agierenden Sachsen haben sich aufs Glatteis führen lassen. Altkanzler Helmut Schmidt hat einmal gesagt, eine, maximal zwei solcher Landesbanken für ganz Deutschland seien genug. Mit Blick auf die letzten Monate wäre es angebracht, zu fragen, ob nicht besser alle dieser Bankchefs genauso wie Nonnenmacher möglichst bald freigestellt werden von ihren bisherigen Aufgaben.

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