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23.07.2019 – 12:19

Universität Mannheim

Data Literacy und Data Science für den Mittelstand

Data Literacy und Data Science für den Mittelstand

Baden-Württembergisches Konsortium entwickelt Schulungen zur Digitalisierung

Neun Universitäten und Hochschulen in Baden-Württemberg entwickeln in einem gemeinsamen Projekt neue Schulungs- und Qualifizierungsangebote zur Sammlung, Bewertung und Nutzung großer Datenmengen, die in Unternehmen anfallen. Die Weiterbildungsangebote richten sich speziell an mittelständische Unternehmen. Das Projekt "Data Literacy und Data Science" wird bis Ende 2021 mit knapp einer Million Euro aus dem Europäischen Sozialfonds gefördert. Eine weitere Million Euro steuern das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg und die Projektpartner jeweils hälftig bei. Neben der federführenden Universität und der Technischen Hochschule Ulm sind die Universität Mannheim, das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) sowie die Hochschulen Furtwangen, Albstadt-Sigmaringen und Biberach, die Hochschule der Medien in Stuttgart und die Duale Hochschule Baden-Württemberg am Projekt beteiligt. Erste Weiterbildungsangebote sollen noch in diesem Jahr starten.

"Es wurden bisher vor allem Studiengänge in Data Science eingerichtet, auch einzelne große Unternehmen bilden ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem Bereich weiter. Für kleine und mittlere Unternehmen fehlen aktuell maßgeschneiderte Programme, die auch explizit auf den Bedarf dieser Unternehmen eingehen. Hier setzt das Projekt an", erklärt Prof. Dr. Heiner Stuckenschmidt, der das Projekt an der Universität Mannheim koordiniert.

Die neuen Schulungs- und Qualifizierungsangebote sind auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) abgestimmt: Diese Zielgruppe wünscht sich Lösungen für aktuelle Problemstellungen und nachvollziehbare Beispiele mit Bezug zum eigenen Unternehmen. Als Gründe für die derzeit noch geringe Akzeptanz von Data Science in mittelständischen Unternehmen werden oft fehlende Anwendungsbeispiele, zu hohe Kosten und mangelndes Wissen über den Nutzen von Big Data für das eigene Unternehmen angeführt. Diese Bedenken wollen die Projektpartner mit ihren Schulungen entkräften. Ganz praktisch beschäftigt sich die Universität Mannheim im Rahmen des Projekts mit der Weiterbildung in zwei Bereichen: zum einen der Vorhersage für die Nachfrage nach verderblichen Gütern, zum anderen mit der automatischen Analyse von Kundenmeinungen.

Die Weiterbildungsangebote richten sich sowohl an Entscheiderinnen und Entscheider, die grundlegendes Wissen im Bereich Data Science erwerben wollen, als auch an Anwender, die Daten mit vorhandenen Werkzeugen und Methoden analysieren. Zudem werden spezielle Lernformate für Experten angeboten, die mit neuartigen, datenbasierten Lösungsansätzen auf Probleme reagieren. Für diese Zielgruppen kombinieren die Weiterbildungsangebote eine theoretisch fundierte Wissensvermittlung mit starkem Anwendungsbezug. Ein gestuftes Qualifizierungskonzept umfasst Präsenz- sowie Online-Elemente in Form von Vorträgen, einoder mehrtägige Workshops oder ganzen Studienmodulen. Als besonderes Angebot für KMU werden so genannte Data Labs aufgebaut, in denen konkrete Fallbespiele getestet werden: Anhand von Daten aus Unternehmen können Analysten und Datenwissenschaftler den Wert der Daten herausdestillieren und eine Bewertung herbeiführen.

Das Thema Data Science ist interdisziplinär, so dass mehrere Fachbereiche eingebunden werden müssen. In den Weiterbildungsangeboten werden also nicht nur Grundlagen aus Mathematik und Informatik, sondern auch betriebswirtschaftliche Kompetenzen zur datengetriebenen Entscheidungsfindung, für digitale Geschäftsmodelle oder die digitale Transformation vermittelt. Aus dem Informatikbereich kommen Elemente wie Programmierung, Datenbanken, Data Mining, Internet of Things-Systemmodellierung oder das Thema "Datenwerkzeuge" hinzu. Darüber hinaus spielen in allen Schulungs- und Qualifizierungsangeboten übergeordnete Themen wie Data Privacy, Data Compliance, Datenethik und grundlegende Datenkompetenz eine Rolle.

Die Universität Mannheim ist bekannt für forschungsstarke Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt empirische Forschung und quantitative Methoden. Die "Data and Web Science Research Group" der Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Wirtschaftsmathematik besteht aktuell aus fünf Lehrstühlen und zwei Juniorprofessuren aus dem Institut für Informatik und Wirtschaftsinformatik. Vor wenigen Monaten wurde an der Universität Mannheim das interdisziplinäre Mannheim Center for Data Science (MDS) gegründet, das die datenwissenschaftlichen Kompetenzen verschiedener Fakultäten bündelt. Das MDS wird unter anderem von Prof. Stuckenschmidt geleitet. Die Data and Web Science Gruppe engagiert sich in der Lehre seit Jahren im Bereich Data Science. Neben einem Studienschwerpunkt im Master Wirtschaftsinformatik bietet die Fakultät seit Ende 2016 den Mannheim Master in Data Science (MMDS) gemeinsam mit der Sozialwissenschaftlichen Fakultät als eigenständigen Studiengang an. Als einer der ersten echten Data Science Studiengänge in Deutschland ist der MMDS extrem nachgefragt. Pro Jahr kommen etwa 1000 Bewerber auf 25 Studienplätze.

Kontakt:

Prof. Dr. Heiner Stuckenschmidt
Lehrstuhl für Künstliche Intelligenz
Data and Web Science Research Group
Tel. +49 621 181 2530
E-Mail: heiner@informatik.uni-mannheim.de

Linda Schädler
Pressesprecherin
Universität Mannheim
Tel.: +49 621 181 1434
E-Mail: schaedler@uni-mannheim.de
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