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Rheinische Post: Über Deutschland - Von REINHOLD MICHELS

    Düsseldorf (ots) - Über Deutschland, deutsche Identität nachzudenken, zu reden, zu schreiben, das gehört jetzt zu den wundersamen nationalen Freiübungen. Sie gelten nicht mehr als politisch anstößig. Hoffentlich sind sie nicht vergängliche, flatternde Bewegungen, Hopsereien in Schwarzrotgold.

    Das anregende "Spiegel"-Gespräch zwischen Nobelpreisträger Günter Grass und Medien-Manager Mathias Döpfner ist der jüngste Beleg dafür, dass die gebildete Intelligenz des Landes (Bildung und Intelligenz sind nicht notwendigerweise Geschwister) wieder über Deutschland spricht. Grass, der Ältere, bezeichnet sich als Patrioten, nennt unsere Verfassung zu Recht ein Juwel. Döpfner, der viel Jüngere, bleibt skeptisch wie einst der alte Adenauer, was die freiheitliche Sattelfestigkeit der Landsleute angeht. Eine kritische Liebe zu Deutschland, ohne schepperndes nationales Blech, ist der gute Grundton. Ob Patriotismus tatsächlich eine Renaissance erlebt, bleibt unklar. Gewiss ist aber, dass der Maler Markus Lüpertz falsch liegt, wenn er sich nun in die Debatte mit der Prognose einmischt, Deutschland habe keine Zukunft, könne nur in Europa neue Heimat finden. Nicht "Deutschland oder Europa" - "Deutschland und Europa" muss es richtig heißen.

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