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22.12.2019 – 20:46

Rheinische Post

Kommentar
Polizei spart an der falschen Stelle = Von Christian Schwerdtfeger

Düsseldorf (ots)

Führerschein und Fahrzeugpapiere, bitte. Haben Sie etwas getrunken? - Immer seltener bekommen Autofahrer diese Frage von Polizisten gestellt. Entsprechende Kontrollpunkte an einschlägigen Ein- und Ausfallstraßen an Wochenenden finden immer weniger statt. Man muss sich nur selbst einmal fragen, wann man das letzte Mal in eine Alkoholkontrolle geraten ist.

Beide großen Polizeigewerkschaften in Nordrhein-Westfalen sind sich einig: Alkoholfahrten werden nicht mehr so intensiv kontrolliert wie noch vor einigen Jahren. Und verantwortlich dafür sind zu wenig Personal und eine veränderte Priorisierung von Aufgaben innerhalb der Polizei. So müssen sich die Ermittler in NRW aktuell unter anderem besonders um Terrorabwehr, Clankriminalität und Fälle von Kindesmissbrauch kümmern. Das bindet Kräfte aus allen Abteilungen. Dadurch bleiben aber andere wichtige Aufgaben liegen. Hinzu kommt beim Thema Alkoholkontrollen, dass die Verkehrskommissariate innerhalb der Polizeibehörden ohnehin schon seit Jahren ein Schattendasein fristen. Immer wenn es gilt, Personal einzusparen oder zu verlagern, schaut man zunächst in diesen Abteilungen nach, ob man da noch was "abzweigen" kann. Außerdem gelten die Verkehrskommissariate als ziemlich überaltert. Viele Polizisten, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr auf die Straße können, schickt man dorthin - man kann fast sagen: aufs Abstellgleis.

Das ist unverständlich und fahrlässig. Im Verkehr sterben jährlich wesentlich mehr Menschen als durch Mord und Totschlag. Allein das müsste eigentlich schon die Bedeutung dieses Kommissariats hervorheben. Daher muss es dringend aufgewertet und besser ausgestattet werden. Dann werden auch wieder mehr Alkoholkontrollen durchgeführt. Und das würde Leben retten.

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