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Rheinische Post: Wikileaks Bombenabwurf

Düsseldorf (ots) - Wer als Arzt, Anwalt oder Geistlicher die Vertraulichkeit des mit ihm Besprochenen bricht, verhält sich schändlich, unehrenhaft, standeswidrig. Die auf Geheimnisverrat erpichte Internet-Plattform Wikileaks belässt es nicht bei einer privaten Lumperei. Was Wikileaks macht, gleicht einem Bombenabwurf mit Dokumenten albernen, wichtigen, staatswichtigen, jedenfalls vertraulichen Inhalts. Hier ist zu besichtigen, wohin verantwortungslose Freiheit führt, oder, anders ausgedrückt, was die dunkle Kehrseite des prinzipiell hilfreichen, revolutionären Mediums Internet ist. Die Meinungs- und Pressefreiheit (Artikel 5 Grundgesetz) ist für eine funktionierende Demokratie lebenswichtig. Aber auch dieses hehre Grundrecht ist nicht schrankenlos. Geheimnisverrat etwa steht unter Strafe und nicht unter besonderem Rechtsschutz. So wie Freiheit und Haftung etwa im Bankgewerbe aus bitterer Erfahrung näher zueinander finden sollten, so müssten überall verantwortungslose Freiheitskämpfer vom Schlage der Wikileaks-Krieger zur Verantwortung gezogen werden. Wer sich nach dem Motto: "Man liebt den Verrat, aber nicht den Verräter" an den Depeschen ergötzt, bedenke das böse Ende, wenn nämlich alles Private öffentlich würde. Unsere plärrende Zeit hat Weniges so nötig wie Dezenz und Diskretion.

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