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Rheinische Post: Tamilen-Protest

    Düsseldorf (ots) - Von Martin Bewerunge

    Sie konnten Sri Lanka verlassen, bevor sie zwischen die Fronten gerieten. Sie durften nach Deutschland kommen, weil sie sich in ihrer Heimat verfolgt fühlen. Jetzt, während des blutigen Bürgerkrieg-Finales, fürchten die hier lebenden Tamilen um ihre Angehörigen im Inselstaat. Ihre Sorgen, ihr Schmerz treffen in einem Land auf Verständnis, das nicht vergessen hat, wie sehr Unschuldige im Krieg leiden. Kein Verständnis hingegen können jene tamilischen Demonstranten erwarten, die in den letzten Tagen in großer Zahl Bahnhöfe und eine Autobahn blockiert haben. Damit haben sie nicht nur das Gastrecht missbraucht, das ihnen gewährt wird. Auch ihrer Sache haben die Demonstranten durch die illegalen Stör- und Behinderungsaktionen Schaden zugefügt. Denn wer sich so verhält, greift bereits zu mehr als den Mitteln der Propaganda. Dabei ist schon Propaganda ein Feind der Wahrheit und hat mit freier Meinungsäußerung nichts mehr zu tun. Nach über 25 Jahren Bürgerkrieg ist Sri Lanka weit entfernt von Frieden und Gerechtigkeit. Wer dieses Ziel ernsthaft anstrebt, muss vor allem eines sein: glaubwürdig. Blockaden und Behinderungen befördern diesen Eindruck nicht.

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