Weser-Kurier

Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zu den EU-Sanktionen gegen Russland

Bremen (ots) - Der Verband der deutschen Maschinen- und Anlagenbauer nennt die verschärften Wirtschaftssanktionen gegen Russland, "bitter, aber unvermeidbar". Die Unternehmen rechnen mit herben Einbußen. Russland ist viertgrößter Exportmarkt des deutschen Maschinenbaus. Auch Betriebe in der Region wird es treffen. Erst vor ein paar Wochen war eine Delegation mit dem Bremer Wirtschaftssenator in Sankt Petersburg zum Gut-Wetter-Machen. Ein Verbindungsbüro sollte die Kontakte stärken. Das wird nun wohl auf Eis gelegt werden müssen. Aber eine Eiszeit muss auch ein Ende haben. Sanktionen haben zwei Seiten. Die Ukraine-Krise und ihre Folgen werden die Konjunkturerholung in Deutschland und Europa auf eine harte Probe stellen. Die deutsche Mittelstandslobby hat hochgerechnet und sieht 300000 Arbeitsplätze in Gefahr. Nachdenklich macht auch eine Untersuchung des Münchner Ifo-Institutes, dass eine bloße Androhung von Sanktionen Erfolg versprechender ist als ihre Umsetzung. Die deutschen Maschinenexporte nach Russland sind von Januar bis Mai um rund 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Allein die Androhung von Sanktionen hatte also schon Wirkung - auf beiden Seiten. Wobei Russlands Wirtschaft ohnehin schon im Sinkflug ist. Deshalb: harte Sanktionen ja, Wirtschaftskrieg nein.

Pressekontakt:

Weser-Kurier
Produzierender Chefredakteur
Telefon: +49(0)421 3671 3200
chefredaktion@Weser-Kurier.de

Original-Content von: Weser-Kurier, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Weser-Kurier

Das könnte Sie auch interessieren: