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Weser-Kurier: Kommentar von Wigbert Gerling zur Bezahlung von Polizei-Einsätzen beim Fußball

Bremen (ots) - Werder ist wichtig. Wenn in China ein Sack umkippt, ist das international interessanter, wenn in dem Sack kein Reis ist, sondern eine Ballkollektion für ein Testspiel des Vereins auf Asienreise. Bremen ist nicht überbordend bekannt, die Mannschaft schon. Aber: Werder jongliert wie alle Bundesligavereine mit Millionen. Auch das stimmt und feuert die Fantasie von Bremer Politikern an, die die Ausgaben für Polizei-Einsätze bei Werder-Spielen sehen und sich parallel Gedanken über die Schließung einer Sozialeinrichtung machen, wo sie oft um Tausend-Euro-Beträge ringen müssen. Werder ist gut für Bremen - aber Polizei-Einsätze beim Fußball sind der Stadt nicht lieb und vor allem teuer. So ist es verständlich, wenn ein Ausweg für politische Helden gesucht wurde. Das Kommando "zahlen!" soll vorrangig nicht an den SV Werder gehen, der genug unter sportlicher Schwäche, Stadion-Finanzierung und Hochwasserschutz ächzt. Das Geld soll möglichst von der finanzstarken Deutschen Fußball-Liga kommen. Die DFL soll auf rechtlichem Feld herausgefordert werden, damit eines Tages überall in der Republik die Ausgaben für die Polizei-Einsätze erstattet werden. Bremens kontrollierte Offensive heißt: Wasch' mir das Trikot, aber mach' mich nicht so nass.

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