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Weser-Kurier: Zu Kontrollen für ältere Lkw-Fahrer schreibt Hans-Ulrich Brandt:

Bremen (ots) - Der schwere Unfall auf der Autobahnraststätte bei Sittensen weckt schreckliche Erinnerungen. So starben im März 2011 in Hamburg-Eppendorf vier Menschen, weil ein Autofahrer mit Tempo 100 über eine rote Ampel raste. Der 38-Jährige litt, wie sich später herausstellte, an Epilepsie und hatte unmittelbar vor dem Crash einen Krampfanfall. Aus welchen Gründen am Dienstag der 72-jährige Lkw-Fahrer die Kontrolle über seinen Sattelzug verlor und in das Raststättengebäude krachte, ist noch nicht geklärt. Es könnten gesundheitliche Gründe gewesen sein. Die beiden Beispiele zeigen: Allein am Alter lässt sich nicht festmachen, ob jemand fahrtauglich ist oder nicht. Auch ein junger Fahrer kann einen Herzinfarkt oder Gehirnschlag erleiden, oder er kann am Steuer einschlafen. Nach dem Unfall in Sittensen also verschärfte Gesundheitskontrollen oder gar ein Fahrverbot für ältere Lkw-Fahrer zu fordern, hieße nur, einem Reflex nachgeben. Mehr Verkehrssicherheit dürfte damit nicht automatisch einher gehen. Der Unfall in Hamburg-Eppendorf wäre allerdings vermeidbar gewesen. Die Epilepsie des Fahrers war bekannt. Eine regelmäßige und verpflichtende medizinische Kontrolle hätte helfen können, den Fahrer selbst, aber eben auch andere Verkehrsteilnehmer vor Schäden zu schützen.

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