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Weser-Kurier: Kommentar von Andreas Kölling zu Folgen der Energiewende

Bremen (ots) - Das ist ja ein Ding: Da wachsen nur einsame Fundamente aus der Nordsee, keine einzige Mühle weit und breit - und trotzdem kassiert der Offshoreparkbetreiber Entschädigung für entgangene Erlöse für nicht erzeugten Windstrom. Das Energiewirtschaftsgesetz macht's möglich. Und wir Stromkunden bezahlen. Das zeigt wieder einmal, wie konfus die Politik die Regeln zur Energiewende nach Fukushima zusammengezimmert hat. Über die Haftungsregelung sollte der Offshore-Investitionsstau aufgelöst werden. Es stimmt, die Banken stoppten Kredite, wenn es keine Netzzusage gab. Und die Netzbetreiber gaben keine Anschlusszusage, solange es keine Kreditzusage gab. So konnte es tatsächlich nicht klappen. Nur hat wohl kein Politiker seinerzeit im Überschwang der Offshore-Euphorie damit gerechnet, dass die Haftungsregelung jemals greifen müsste. Damals hörte es sich so an, als stünde an der Küste die Revolution der Energieerzeugung bevor. Es ist anders gekommen. Die technischen Herausforderungen draußen auf der Nordsee wurden massiv unterschätzt. Den Preis zahlen wir alle. Nur, die 0,25 Cent pro Kilowattstunde fallen angesichts der wahrscheinlich rasant steigenden Primär-Energiekosten kaum ins Gewicht. So gesehen kann uns Offshore einen Soli-Zuschlag wert sein.

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