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Weser-Kurier: Kommentar von Daniel Killy zur USA-Reise von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Bremen (ots) - Eigentlich könnte die Kanzlerin ja ganz froh darüber sein, dass das leidige Thema NSA bei ihrem Besuch im Weißen Haus in den Hintergrund tritt. Deutsche Datenschutzbedenken sind angesichts rollender Panzer in Osteuropa nicht das Topthema. Zu befürchten steht allerdings, dass die Kanzlerin auch in Sachen Ukraine ohne Klartext auskommen wird. Der wäre aber notwendig, nicht nur aus deutscher, sondern aus europäischer Sicht. Dass der republikanische Senator John McCain die Kanzlerin für ihre angeblich industriehörige Politik gegenüber Russland schilt, ist zwar rüpelhaft formuliert, umschreibt im Kern jedoch auch Präsident Obamas Haltung. Härte zeigen gegen Russland lässt sich aus der Distanz problemlos. Die Europäische Union jedoch ist eine ineinander verwobene Einheit, in der man (gottseidank) nicht mehr einfach losdrischt. Und Härte zeigen gegen Russland lässt sich natürlich auch, wenn man eigene energiepolitische Interessen hat. Wenn sich Angela Merkel also schon nicht durchsetzen kann bei diesem USA-Besuch, sollte sie wenigstens vermeiden, zusätzliches Öl ins ukrainische Feuer zu gießen. Und die amerikanischen Freunde vielleicht einmal fragen, weswegen sie denn so innige Wirtschaftsbeziehungen zum Steinzeit-Staat Saudi-Arabien pflegen. Um westliche Werte zu wahren, gewiss nicht.

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