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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Vier Jahre Krieg gegen die Ukraine (24.2.): GfbV fordert Unterstützung für Minderheiten

Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine lenkt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) den Blick auf die schwierige Lage von Minderheiten und indigenen Gemeinschaften. „Die Ukraine ist ein Vielvölkerstaat und Heimat für über 100 Minderheiten und Indigene Völker. Diese Gemeinschaften stehen aufgrund des Krieges vor enormen Herausforderungen. Im Donbass hat Russland alle Siedlungen der nordasowschen Griechen besetzt oder zerstört. Viele Angehörige dieser Minderheit sind umgekommen oder mussten fliehen. Das Leben der Krimtataren ist schon seit der völkerrechtswidrigen Besetzung der Halbinsel 2014 von systematischer Verfolgung geprägt“, betont Sarah Reinke, Leiterin der Menschenrechtsabteilung der GfbV. „Minderheiten und indigene Gemeinschaften hoffen auf die Unterstützung Deutschlands, denn nur in einer demokratischen Ukraine sehen sie eine Zukunft.“

„Unter den 3,4 Millionen Binnenflüchtlingen sind auch viele der rund 400.000 Roma der Ukraine. Sie sind aufgrund von Armut, Diskriminierung sowie schlechten Bildungs- und Arbeitschancen besonders auf humanitäre Hilfe angewiesen. Viele von ihnen sind Nachfahren der Überlebenden des Holocaust, den die Nationalsozialisten an den ukrainischen Roma verübten. Ihnen gegenüber hat Deutschland eine besondere Verantwortung“, mahnt Reinke. Dieser Verantwortung werde die Bundesregierung aktuell auch in Deutschland selbst nicht gerecht. Die GfbV fordert eine gezielte Unterstützung geflüchteter Roma aus der Ukraine.

„Wir dürfen uns nicht an den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine gewöhnen, weder an die täglichen Nachrichten über Todesopfer durch Bomben, Raketen und Drohnen, noch an Berichte über Folter, Morde und Vergewaltigungen in den temporär besetzten Gebieten. Die Bundesregierung muss ihre Unterstützung für die Ukraine sowohl militärisch als auch humanitär verstärken. Gleichzeitig braucht es eine Kommunikation, die die Gefahren für Europa klar benennt“, fordert Reinke.

Den Zulassungsstopp für freiwillige Interessierte an Integrationskursen durch das BAMF kritisiert die GfbV als politische Fehlentscheidung. Es brauche mehr, nicht weniger Unterstützung für Geflüchtete. Etwa ein Drittel der insgesamt 130.000 Betroffenen stamme aus der Ukraine. „Diese Entscheidung sendet das falsche Signal. Davon sind Menschen betroffen, deren Männer und Väter in der Ukraine an der Front kämpfen“, so Reinke.

Unter dem Motto „Für Europas Zukunft stehen wir mit der Ukraine“ organisiert die deutsch-ukrainische NGO Vitsche am Dienstag, 24. Februar, einen Marsch mit anschließender Demo in Berlin. Der Marsch beginnt um 18 Uhr und führt vom Lustgarten bis zum Brandenburger Tor. Die GfbV unterstützt die Veranstaltung von Vitsche und ist Mitveranstalter.

Für Rückfragen erreichen Sie das Pressereferat unter presse@gfbv.de oder 0551/4990621.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Sarah Neumeyer
Postfach 2024
D-37010 Göttingen
Tel.:  +49 551 499 06-21
Fax:  +49 551 580 28
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