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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Illegale Goldsucher greifen Yanomami an: Konsequente Strafverfolgung und Schutz gefordert

Illegale Goldsucher greifen Yanomami an:

  • Drei Tote und fünf Verletzte nach Schusswechsel
  • Bereits der zweite Angriff innerhalb weniger Wochen
  • Mangelnde Strafverfolgung in Brasilien ermutigt Eindringlinge

Nach blutigen Angriffen illegaler Goldsucher auf eine Yanomami-Siedlung im brasilianischen Bundesstaat Roraima kritisiert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) die brasilianische Führung. Die Menschenrechtsorganisation fordert, die Täter konsequent zu verfolgen und die Indigenen aktiv vor derartigen Überfällen zu schützen. „Dass die Eindringlinge keine Strafverfolgung fürchten müssen, ermutigt sie zu weiteren Angriffen auf die indigene Bevölkerung“, befürchtet Juliana Miyazaki, GfbV-Referentin für indigene Völker. „Wir fordern die Behörden daher dringend dazu auf, die Yanomami zu unterstützen und die Strafverfolgung endlich effektiv auszubauen.“

Informationen der Organisation Hutukara Yanomami zufolge legten am Montag gegen 11:30 Uhr Ortszeit sieben Boote von Goldsuchenden in der Gemeinde Palimiu an. Die Eindringlinge begannen zu schießen. Beim darauffolgenden Schusswechsel starben drei der Angreifer, vier Goldsuchende und eine indigene Person wurden verwundet. Bereits am 27. April hatte am gleichen Ort eine Schießerei zwischen acht Goldsuchenden und Indigenen gegeben. Die Yanomami befürchten noch mehr Angriffe, denn die Eindringlinge hätten Rache angedroht.

In einem Brief an die Bundesarmee, die Bundespolizei, die staatliche Behörde für indigene Angelegenheiten Funai und die Staatsanwaltschaft von Roraima bittet Hutukara Yanomami, „nachdrücklich zu handeln, um eine Fortsetzung der Gewaltspirale zu verhindern und die Sicherheit der Yanomami-Gemeinschaft von Palimiu zu gewährleisten“.

„Bolsonaros Indigenen-feindliche Politik ermutigt Invasoren, die illegal Gold suchen, Holz fällen oder Land rauben wollen, weiter in indigene Gebiete einzudringen“, kritisiert Miyazaki. „Aufgrund der weitgehenden Straflosigkeit kommen immer mehr von ihnen – und sie bringen immer mehr Gewalt mit.“ Allein auf dem Territorium der Yanomami hat der illegale Bergbau im vergangenen Jahr laut brasilianischen Medien um 30 Prozent zugenommen. Von Januar bis Dezember 2020 wurden 500 Hektar Fläche verwüstet. Insgesamt hat der illegale Bergbau bereits eine Fläche in der Größe von 2.400 Fußballfeldern zerstört. Die Behörden des Landes unternehmen wenig, um die über 20.000 Eindringlinge vom Gebiet der Yanomami zu entfernen.

Der brasilianische Bundesgerichtshof hat dem Justizministerium und der Bundespolizei jedoch eine Frist gesetzt, um einen Plan zur Entfernung der Goldgräber vom Yanomami-Territorium und sechs weiteren indigenen Gebieten vorzulegen. Dem zuständigen Minister Luis Roberto Barroso zufolge gibt es ihn bereits.

Das Yanomami-Territorium ist das größte indigene Gebiet Brasiliens. Es umfasst beinahe zehn Millionen Hektar in den Bundesstaaten Roraima und Amazonas. Etwa 27.000 Indigene leben in der Region, die besonders stark vom illegalen Goldabbau betroffen ist.

Sie erreichen Juliana Miyazaki unter j.miyazaki@gfbv.de oder 0551/49906-23.

Gesellschaft für bedrohte Völker
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E-Mail: info@gfbv.de
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