Das könnte Sie auch interessieren:

kinokino Publikumspreis geht an "Another Reality" / Erstmals verleihen 3sat und Bayerischer Rundfunk den Preis des Filmmagazins gemeinsam

Mainz (ots) - Die Redaktion von "kinokino", dem Filmmagazin von 3sat und Bayerischem Rundfunk, lobte auf dem ...

voestalpine European Races: Jean-Eric Vergne gewinnt knapp den Monaco E-Prix

Monaco (ots) - Jean-Eric Vergne heißt der Sieger des Monaco E-Prix 2019. Der Franzose führt damit auch in der ...

Bundespräsident Steinmeier ehrt die Jugend forscht Bundessieger 2019

Hamburg/Chemnitz (ots) - Deutschlands beste Nachwuchswissenschaftler in Chemnitz ausgezeichnet Die ...

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

09.11.2018 – 10:45

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

Äthiopien: Massengrab gefunden - Verbrechen aufarbeiten!

Äthiopien: Massengrab im Ogaden gefunden - Verbrechen müssen aufgearbeitet werden - Kein Frieden ohne Gerechtigkeit

--- Göttingen, den 9. November 2018 --- Nach der Entdeckung eines Massengrabes in Äthiopien hat die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) eine umfassende Aufarbeitung der unter früheren Regierungen begangenen schweren Menschenrechtsverletzungen gefordert. "Ohne eine juristische Aufarbeitung dieser Verbrechen wird es keinen dauerhaften Frieden und Gerechtigkeit in Äthiopien geben", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.

Das Grab mit den Gebeinen von rund 200 Menschen wurde im Ogaden nahe der Grenze zwischen den Regionen Oromia und Somali gefunden. Erst am 21. Oktober 2018 hatte die äthiopische Regierung mit der in Somali seit Jahren für einen unabhängigen Staat kämpfenden Bewegung Ogaden National Liberation Front (ONLF) einen Friedensvertrag geschlossen. Zuvor war der langjährige Regionalpräsident Abdi Mohamed Omar abgelöst und festgenommen worden.

Der Warlord Omar gilt als Schlächter, weil er für willkürliche Verhaftungen, Folter und Vergewaltigungen von Somalis verantwortlich war, die im Ogaden leben. Tausende Somalis gelten bis heute als verschwunden. Sie kamen vermutlich im Gewahrsam der Sicherheitsbehörden gewaltsam zu Tode. Omar ließ ganze Gebiete des Ogaden aushungern, um die ONLF zu schwächen und schürte systematisch Spannungen zwischen ethnischen Gruppen. So hetzte er Somali-Nomaden gegen Oromo-Bauern auf. Allein 2017 mussten deshalb mehr als 100.000 Menschen fliehen. "Diese Spannungen halten bis heute an, so dass eine juristische Aufarbeitung seiner Schreckensherrschaft auch zum Abbau von Feindschaft und Gewalt beitragen könnte", sagte Delius.

Journalisten und Mitarbeitern von Menschenrechtsorganisationen wurde jahrelang der freie Zugang zum Ogaden verwehrt, so dass die meisten Übergriffe nicht aufgeklärt werden konnten. Wer trotzdem versuchte, die Genozid-ähnlichen Verbrechen aufzuklären, wurde massiv abgestraft. So wurden die schwedischen Journalisten Johan Persson und Martin Schibbye im Jahr 2011 festgenommen und zu elf Jahren Haft verurteilt, weil sie illegal in das Gebiet der ONLF eingereist waren. Sie wurden erst nach mehr als 400 Tagen Gefängnis freigelassen.

Der Ogaden gilt als Schlüssel zur Kontrolle des Horns von Afrika. Äthiopiens neue Regierung hat daher größtes Interesse an Frieden und Stabilität in der an Erdöl und Erdgas reichen Region. Mehrfach führten Äthiopien und Somalia bereits Krieg, um sich die Kontrolle über den Ogaden zu sichern.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403.

Gesellschaft für bedrohte Völker
Postfach 2024, 37010 Göttingen
Tel. +49 (0)551 499 06-25, Fax +49 (0)551 58028
presse@gfbv.de - www.gfbv.de/ 

Alle Meldungen
Abonnieren Sie alle Meldungen von Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.
  • Druckversion
  • PDF-Version