Alle Storys
Folgen
Keine Story von Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV) mehr verpassen.

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Nordsyrien: Appell an die NATO - Yeziden in höchster Gefahr

Appell an die NATO - Yeziden in Nordsyrien in höchster Gefahr - NATO muss Krieg der Türkei gegen die Zivilbevölkerung stoppen!

--- Göttingen, den 29. Januar 2018 --- Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat am Montag an NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg appelliert, eine Sitzung des Nordatlantikrats einzuberufen und sofort geeignete Maßnahmen zu beschließen, den Krieg des Nato-Partners Türkei gegen die nordsyrische Enklave Afrin zu beenden. Dort seien zurzeit besonders Angehörige der kurdisch-yezidischen Religionsgemeinschaft in höchster Gefahr, denn ihre Dörfer werden vom IS angegriffen und von der türkischen Luftwaffe zusätzlich bombardiert. "Die NATO darf nicht tatenlos zusehen, wie einer ihrer Mitgliedsstaaten das Völkerrecht bricht und friedliche Regionen in einem Nachbarstaat mit modernsten Waffen angreift", heißt es in dem dringenden Schreiben der Menschenrechtsorganisation.

In den vergangenen Tagen wurden vor allem kurdisch-yezidische Dörfer am Rande der Region Afrin nahe der Grenze zur Türkei bombardiert. Diese Luftschläge sollen nach GfbV-Angaben radikalislamistische Gruppen unterstützen, die die yezidischen Ortschaften erobern wollen. Bisher werden die Dörfer noch von kurdischen "Volksverteidigungseinheiten" (YPG) verteidigt.

"Wenn die rund 20.000 bis 30.000 Yeziden von Afrin in die Hände der Radikalislamisten fallen, wird es fürchterliche Kriegsverbrechen an Zivilisten geben wie erst vor dreieinhalb Jahren im Nordirak. Die NATO darf das auf keinen Fall schweigend zulassen!", warnt der GfbV-Nahostexperte Kamal Sido. "Im irakischen Hauptsiedlungsgebiet der Yeziden, dem Sinjar, hatte der IS im August 2014 Völkermordverbrechen an den Yeziden verübt. Nur der YPG war es zu verdanken, dass zehntausende Yeziden vor dem sicheren Tod gerettet wurden."

Nach Angaben der GfbV wurden nahezu alle yezidischen Dörfer oder Dörfer mit yezidischer Bevölkerung am Rand der Region Afrin entlang des Berges Lelun (Mount Simon) - wie Basufan, Baadi, Barad, Kimar, Iska, Shadere, Ghazzawiya, Burj Abdalo und Ain Dara - bereits von der türkischen Luftwaffe angegriffen, das friedliche kurdisch-yezidische Dorf Qestel Cindu sogar mehrfach. Diese Ortschaft wurde 2013 vom IS und anderen islamistischen Gruppen attackiert. Die Türkei hatte die Kämpfer ausgerüstet und ins Nachbarland geschickt, um den Widerstand der Kurden zu brechen. Viele Olivenhaine und Fruchtbäume der Yeziden wurden zerstört und ihr Vieh getötet.

Mit den Angriffen ihrer Luftwaffe auf Afrin breche die Türkei das Völkerrecht, denn es gebe für die Attacken weder eine Zustimmung der syrischen Regierung noch eine Ermächtigung durch den Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, sagte Sido. Die türkische Regierung könne sich auch nicht, wie von ihr behauptet, auf das Recht zur Selbstverteidigung nach Artikel 51 der Charta der Vereinten Nationen berufen, da sie nicht angegriffen worden sei.

Kamal Sido ist zu erreichen unter Tel. 0173 67 33 980

Gesellschaft für bedrohte Völker
Pressereferat
Postfach 2024, 37010 Göttingen
Tel. 0551 499 06-25, Fax 0551 58028 
presse@gfbv.de - www.gfbv.de
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
Weitere Storys: Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)
  • 28.01.2018 – 09:34

    Mali: Islamistischer Terror nimmt weiter zu

    Kein Ende des Bundeswehreinsatzes in Sicht Friedensvertrag ohne Frieden Die Gewalt islamistischer Extremisten in Mali nimmt weiter massiv zu. So starben seit Jahresanfang 2018 mindestens 78 Menschen bei Terroranschlägen im Norden und im Zentrum des nordwestafrikanischen Landes, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. "Ein rasches Ende des deutschen Bundeswehreinsatzes ist ...

  • 25.01.2018 – 10:45

    TERMIN: Aktion Tee-Trinken vor dem Auswärtigen Amt - Gabriel soll mit Kurden aus Afrin sprechen

    Wir laden Sie sehr herzlich ein zu unserer Menschenrechtsaktion "Trinken Sie Tee mit Kurden aus Afrin, Herr Gabriel!" am Freitag, den 26. Januar 2018, von 11 bis 13 Uhr vor dem Auswärtigen Amt, Werderscher Markt 1, 10117 Berlin Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) hat Außenminister Sigmar Gabriel zum Tee-Trinken vor dem Auswärtigen Amt in Berlin ...

  • 25.01.2018 – 09:15

    Australiens Nationalfeiertag (26.1.): Aboriginal People trauern

    Umstrittener "Australia Day" (26.1.): Australien soll Nationalfeiertag verlegen - Aboriginal People trauern um Opfer der Kolonisierung Die australische Regierung soll den Forderungen der indigenen Bevölkerung des Landes nachkommen und den umstrittenen "Australia Day" (26.1.) auf ein anderes Datum verlegen, verlangt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV). "Für Australiens Aboriginal People wird der Beginn der ...