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Gesellschaft für bedrohte Völker e.V. (GfbV)

Mali: Islamistischer Terror nimmt weiter zu

Kein Ende des Bundeswehreinsatzes in Sicht Friedensvertrag ohne Frieden

--- Göttingen, den 28. Januar 2018 ---- Die Gewalt islamistischer Extremisten in Mali nimmt weiter massiv zu. So starben seit Jahresanfang 2018 mindestens 78 Menschen bei Terroranschlägen im Norden und im Zentrum des nordwestafrikanischen Landes, berichtete die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) am Sonntag in Göttingen. "Ein rasches Ende des deutschen Bundeswehreinsatzes ist nicht in Sicht, weil Malis Armee mit dem Schutz der Zivilbevölkerung vollkommen überfordert ist. Erschwerend kommt hinzu, dass auch der Tuareg-Konflikt im Norden des Landes trotz eines im Jahr 2015 unterzeichneten Friedensvertrages noch immer nicht beendet ist. Dringend muss sich die Europäische Union mehr für die Umsetzung dieser Friedensvereinbarung einsetzen, damit der islamistische Terror wirksamer bekämpft werden kann", erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Sonntag in Göttingen. Am Samstag waren erneut 31 Menschen zu Tode gekommen, als islamistische Kämpfer ein Militärcamp nahe der Stadt Timbuktu angriffen. Am letzten Donnerstag waren 26 Zivilisten getötet worden, als ihr Bus auf eine Mine fuhr.

Besonders unter Druck steht Malis Armee, deren Soldaten jede Woche Opfer neuer Terroranschläge oder Angriffe islamistischer Kämpfer werden. So wurden im Jahr 2017 im umkämpften Norden und Zentrum Malis 716 Soldaten getötet und 548 Sicherheitskräfte verletzt bei 40 Angriffen von Extremisten. Im Jahr 2016 waren 125 Soldaten zu Tode gekommen, während Malis Armee im Jahr 2015 nur rund 50 Angehörige verloren hatte. "Die dramatische Zunahme an Verlusten macht deutlich, wie sehr sich die Sicherheitslage verschlechtert hat. Fast die Hälfte der Getöteten waren in den im Zentrum gelegenen Regionen Mopti und Ségou im Einsatz. Denn die islamistische Gewalt breitet sich immer mehr vom Norden des Landes in das Zentrum aus", erklärte Delius.

Auch für UN-Blauhelmsoldaten ist es nirgendwo auf der Welt gefährlicher als in Mali. So wurden 21 bewaffnete Angehörige der Friedensmission MINUSMA im Jahr 2017 getötet und sieben zivile Angestellte der Vereinten Nationen kamen gewaltsam zu Tode.

Der Kampf gegen den islamistischen Terror leidet darunter, dass es im Norden des Landes noch immer keinen Frieden zwischen Tuareg, Peulhs und der Armee gibt. "Der vor 31 Monaten in Algier unterzeichnete Friedensvertrag ist in vielen Punkten noch immer nicht umgesetzt, so dass man sich fragen muss, ob für Malis Regierung der Kampf gegen den islamistischen Terror vorrangig ist. Oder ob es ihr nicht vor allem darum geht, den Einfluss der Bevölkerungsgruppen im Norden des Landes einzudämmen, die gegen ihre Jahrzehnte lange Vernachlässigung aufbegehren", erklärte Delius.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter Tel. 0160/95671403

Gesellschaft für bedrohte Völker
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