Deutscher Zukunftspreis

Nominierungen zum Deutschen Zukunftspreis 2017
Team 1 - sorgt für hyperrealistische Bilder aus dem menschlichen Körper

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Berlin-München (ots) - Anmoderation

Wenn man sich heute die Qualität von Bildaufnahmen in der Medizin ansieht - etwa bei CT- oder MRT-Aufnahmen - dann ist man eigentlich geneigt zu sagen: das ist schon eine tolle Qualität. Und trotzdem: es geht noch viel besser - und auch für den Laien verständlicher! Das zeigt nämlich ein Projekt, das jetzt für den Deutschen Zukunftspreis nominiert worden ist.

Beitrag:

Cinematic Rendering - der Titel des Projektes sagt es schon. Wir sind in der Welt des Kinos. Hauptdarsteller ist ... der menschliche Körper. Noch nie gab es so plastische, dreidimensionale Aufnahmen aus dem Körperinneren. Dank eines hochkomplizierten Animationsverfahrens, das Dr. Klaus Dieter Engel von Siemens Healthcare mit seinen Kollegen entwickelt hat.

O-Ton Dr. Klaus Dieter Engel

"Wir lassen uns also von den Kinotechniken beeinflussen und versuchen, verschiedene Techniken aus der Kinoindustrie auch bei uns einzusetzen. Das ist einerseits die bildbasierte Beleuchtungsberechnung, Beleuchtungsumgebung mit sehr hohem Dynamikumfang, mit denen wir unsere medizinischen Daten beleuchten können. Andererseits auch viele Kameraeffekte, die wir in unseren medizinischen Bildern realisieren."

Die Einsatzmöglichkeiten sind groß. In der Medizin wird die Technik bereits an der Universität in Linz erfolgreich eingesetzt.

O-Ton Dr. Klaus Dieter Engel

"Wir haben seit zwei Jahren am ars electronica Center in Linz eine Installation, mit deren Hilfe Professor Fellner, der Chef der Radiologie am Kepler-Universitätsklinikum in Linz virtuelle Anatomievorlesungen gibt. Bisher hatten nur Medizinstudenten Zugriff auf Anatomievorlesungen an der Leiche. Durch die virtuellen Vorlesungen von Professor Fellner hat ein sehr viel breiteres Publikum Zugriff auf solche Vorlesungen."

Dazu gehören zum Beispiel Heilpraktiker und Osteopathen. Aber auch im Dialog mit dem Patienten erschließen sich neue Möglichkeiten. In der Diagnostik - etwa bei Aufnahmen des Gehirns - werden neue Regionen bildlich erschlossen und manche Diagnosen erst dadurch möglich.

O-Ton Dr. Klaus Dieter Engel

"Eine weitere Anwendungsmöglichkeit ist die Chirurgie. Chirurgen möchten sich wirklich die Anatomie des Patienten vor einer OP dreidimensional vorstellen können, um gut vorbereitet zu sein. Und gerade von Chirurgen bekommen wir sehr enthusiastische Rückmeldungen über die Bildqualität und wie klar sie sich jetzt die Anatomie des Patienten vorstellen können."

In Deutschland ist Cinematic Rendering seit diesem Jahr im Einsatz und wird bei der Planung von Eingriffen - etwa an Leber, Galle oder Bauchspeicheldrüse - eingesetzt. In Zukunft sollen Augmented Reality-Anwendungen mit der Innovation von Klaus Dieter Engels Team auch die Operation selbst erleichtern. Die Nominierung zum Deutschen Zukunftspreis wird der Technologie zu weiterem Schub verhelfen.

Weitere Podcast- und O-Ton Materialien stehen in der Mediathek des Deutschen Zukunftspreises honorarfrei zur Verfügung. http://www.deutscher-zukunftspreis.de/de/media Die Bekanntgabe des Gewinners des Deutschen Zukunftspreises 2017 durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier findet in der Preisverleihung am 29. November 2017 in Berlin statt.

Pressekontakt:

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Dr. Christiane A. Pudenz
Cuvilliésstraße 14
81679 München
Tel. 089-30703444
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