SPORT FAIRÄNDERT: Nachhaltige Beschaffung im Sport zeigt messbare Wirkung
SPORT FAIRÄNDERT: Nachhaltige Beschaffung im Sport zeigt messbare Wirkung
- Strukturelle Veränderung beim Großevent: Für das Turnfest Leipzig 2025 wurden rund 11.000 Volunteer T-Shirts auf nachhaltige Materialien und zertifizierte Produktion umgestellt.
- Wirkung im Vereinsalltag: Vereine beginnen ihre texile Beschaffung umzustellen – unterstützt durch indivduelle Beratung und Workshops im Rahmen des Projekts „Fair Wear Works“.
- Jetzt strukturell verankern: Nachhaltige Beschaffung muss verbindlich in Förderstrukturen und Verbandsstrategien integriert werden.
Bonn, 28. April 2026; Nachhaltige Beschaffung im Sport ist längst in der Praxis angekommen – und lässt sich heute konkret messen. Wie konsequent dieser Wandel bereits umgesetzt wird, zeigen die jetzt vorliegenden Ergebnisse der Kampagne „SPORT FAIRÄNDERT“, die im Rahmen des Projekts „Fair Wear Works“ rund um das Internationale Deutsche Turnfest Leipzig 2025 umgesetzt wurde.
Am Beispiel des Turnfestes wird deutlich: Selbst Veranstaltungen dieser Größenordnung können ökologische und soziale Standards nicht nur berücksichtigen, sondern erfolgreich in die Praxis überführen.
Wie sich dieser Anspruch in konkreten Maßnahmen niederschlägt, zeigt ein zentraler Erfolg der Kampagne: Durch die gezielte Beratung des Beschaffungsteams des Deutschen Turner-Bundes wurden rund 11.0200 T-Shirts für Volunteers auf nachhaltige Materialien und zertifizierte Produktionsbedingungen umgestellt. Ergänzend wurden 1.200 Bucket Hats sowie rund 4.000 Turnbeutel - beide GOTS-& Faitrade Cotton zertifiziert und mit einer Fairness-Botschaft versehen - im Rahmen der Kampagne beschafft. Damit wurde nachhaltige Beschaffung erstmals in dieser Größenordnung in einem Breitensport-Großevent umgesetzt und zugleich für Teilnehmende sichtbar gemacht.
Auch im Vereinsalltag zeigt die Kampagne Wirkung. Vereine haben begonnen, ihre Beschaffungsprozesse anzupassen und nachhaltige textile Alternativen zu integrieren. Grundlage dafür waren gezielte Unterstützungsangebote - von Workshops & Webseminaren und 1:1 Beratungen bis hin zu aktivierenden Formaten im Rahmen des Turnfests und darüber hinaus.
Bereits im Vorfeld wurden im Rahmen des „Nachhaltigkeitsprogramms für Ehrenamtliche im Sport“ Vereinsvertreter: innen geschult und für die Herausforderungen globaler Lieferketten sensibilisiert. Ein Online-Ideenwettbewerb sowie begleitende Fair Play Events griffen diese Impulse auf und überführten sie in konkrete Praxisformate. Besonders erfolgreich waren niedrigschwellige Ansätze wie Flohmärkte und Tauschbörsen für Sportartikel, die von Vereinen direkt in Veranstaltungen umgesetzt wurden und nachhaltigen Konsum im Vereinsalltag greifbar machten.
„Gerade jetzt braucht es konkrete Beispiele und funktionierende Lösungen“, sagt Bettina Faust, Projektmanagerin beim Global Nature Fund. „Der Sport erreicht Menschen direkt in ihrem Alltag und zeigt, dass faire Produktion und Teamgeist zusammengehören.“
Im Projektverlauf wurden mit Bildungsformaten, Vorträgen und Beteiligungsangeboten etwa 6.000 Personen in mehr als 130 Vereinen und mehreren Verbänden im Breiten – und Profisport direkt erreicht.
Strukturelle Verankerung als nächster Schritt
Die Erfahrungen aus „SPORT FAIRÄNDERT“ zeigen: Nachhaltige Beschaffung im Sport funktioniert, wenn sie gezielt unterstützt wird. Um diese Entwicklung in die Breite zu tragen, braucht es jedoch verbindliche Rahmenbedingungen.
Reichweitenstarke Formate wie der bundesweite Trikottag bieten die Möglichkeit, nachhaltige Sportbekleidung sichtbar zu machen und mit konkreten Unterstützungsangeboten zu verknüpfen. Entscheidend wird sein, nachhaltige Beschaffung systematisch in Förderprogramme, Verbandsstrategien und bestehende Initiativen zu integrieren.
Die im Projekt gewonnenen Erfahrungen zeigen: Die Instrumente sind vorhanden, die Nachfrage wächst. Jetzt gilt es, diese Ansätze strukturell weiterzuentwickeln und im organisierten Sport zu verankern.
Denn fest steht: Nachhaltigkeit im Sport ist keine kurzfristige Kampagne – sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe.
„Fair Wear Works“: Nachhaltigkeit im Sport voranbringen
Im Projekt „Fair Wear Works“ setzen sich Global Nature Fund und FEMNET e.V. seit 2020 gemeinsam für sozial faire und ökologische Lieferketten im Textileinkauf ein. Mit ihrer jeweiligen Expertise beraten die Partner Sportvereine sowie Unternehmen im Gesundheitssektor und Hochschulen. Im Rahmen des Projektes wollen wir Fragen und Bedarfe aufgreifen und mit Lösungsansätzen an Sportverantwortliche herantreten, ihren zukünftigen Textileinkauf im Bereich Sportbekleidung & Merchandise nachhaltig zu gestalten.
Fair Wear Works wird gefördert von ENGAGEMENT GLOBAL gGmbH im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der Postcode Lotterie und Fairtrade Deutschland. Durch die Förderung wurde beim Internationalen Deutschen Turnfest 2025 eine Fairness-Kampagne im Rahmen des Projekts umgesetzt.
Hintergrund: Warum nachhaltige Sporttextilien wichtig sind
Allein in Deutschland wurden 2020 rund 11 Milliarden Euro für Sportbekleidung und -schuhe ausgegeben (Quelle: BMWi, 2021). Doch die Produktion ist oft mit massiven sozialen und ökologischen Problemen verbunden: Niedriglöhne, erzwungene Überstunden und schlechte Arbeitsbedingungen prägen die Textilindustrie, während der hohe Wasserverbrauch und Chemikalieneinsatz enorme Umweltschäden verursachen. Zudem trägt die Textilbranche 8 % zu den globalen CO₂-Emissionen bei.
Der Breitensport, der Fair Play als Grundprinzip verkörpert, trägt hier eine gesellschaftliche Verantwortung. Mit nachhaltigen Einkaufslösungen können Vereine nicht nur ein Zeichen für Menschenrechte und Ressourcenschutz setzen, sondern auch das Bewusstsein der Gesellschaft für nachhaltige Entwicklung stärken.
Die Projektpartner:
Der Global Nature Fund ist eine international tätige Stiftung für Umwelt und Naturschutz. Mit Projekten wie Fair Wear Works setzt sich der GNF für die Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen und fairer Arbeitsbedingungen ein.
www.globalnature.org/fair-wear-works/
FEMNET e.V ist eine Frauenrechtsorganisation, die sich seit über 15 Jahren mit politischem Engagement, Bildungs- und Beratungsarbeit sowie mit Projekten im Ausland für bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Bekleidungsindustrie einsetzt.
Global Nature Fund
Bettina Faust
Projektmanagement Fair Wear Works
E-Mail: b.faust@globalnature.org
Telefon: +49 172 976 57 32
Global Nature Fund (GNF) - Office Bonn
Kaiser-Friedrich-Straße 11, 53113 Bonn
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