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Die beste Multichannel-Software für internationale Expansion 2026: 4 Systeme im Vergleich

Die beste Multichannel-Software für internationale Expansion 2026: 4 Systeme im Vergleich
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Berlin

Der Schritt über die Grenze scheitert selten am Produkt, sondern an der Operative. Die Herausforderungen: Artikeltexte in der Landessprache, die Marktplätze des Ziellandes, ein Preis in der Landeswährung, der Steuersatz des Empfängerlandes am Auftrag und ein Zusteller vor Ort. Die vier Systeme lösen das unterschiedlich, jedes ist auf einer anderen Dimension stark.

Fabian Lindhofen

Worauf es bei der internationalen Expansion ankommt

Wer aus Deutschland nach Frankreich, Polen oder Italien verkauft, internationalisiert einen Betrieb und nicht nur einen Absatzweg. Der Artikeltext muss in der Landessprache und im Format des jeweiligen Kanals vorliegen: PlentyONE rechnet in einem eigenen Blogbeitrag mit rund 20 übersetzungsrelevanten Feldern je Produkt, bei 2.000 Artikeln also 40.000 Felder je zusätzlicher Sprache. Der Marktplatz im Ausland ist ein eigenes Verkäuferkonto mit eigenen Listings. Der Preis in Warschau ist eine Entscheidung und keine Tagesumrechnung, denn ohne aktivierte Umrechnung stehen "19 EUR" und "19 PLN" unverändert nebeneinander. Steuerlich gilt bis 10.000 Euro EU-weitem Fernverkaufsumsatz der deutsche Umsatzsteuersatz, darüber der des Empfängerlandes. Dazu kommt die Ware selbst: ein Zusteller im Zielland, ein lokales Lager und eine Rücksendung mit kurzem Weg. Fünf Dimensionen entscheiden über die Auslandsfähigkeit einer Software:

  • Sprachen und Produktdaten je Kanal
  • Marktplätze der Zielländer
  • Währungen und Länderpreise
  • Steuern im Empfängerland
  • Versand und Lager

Jedes System hat auf mindestens einer dieser Dimensionen seinen Vorsprung. Drei tragen den ganzen Betrieb, eines legt Reichweite darauf. PlentyONE bietet beides, vollen Betrieb und Multichannel-Reichweite in einer Plattform.

1. PlentyONE

Beim Kanalnetz ist PlentyONE breit aufgestellt. Im eigenen Kanalverzeichnis stehen 80 Verkaufskanäle, davon 77 Marktplätze, dazu ein eigener Shop in jeder Edition. Neue Kanäle gehen über Channel Maps live: Systemfelder werden den Kanalfeldern zugeordnet und in kategoriespezifische Kataloge übertragen. Mit vorkonfigurierten Integrationen steht ein Kanal so oft in wenigen Tagen. Ein zusätzliches Zielland ist damit in der Regel eine Zuordnung und kein eigenes Projekt, es lässt sich also auch einmal antesten, ohne eine zweite Systemlandschaft aufzusetzen.

Bei Währungen und Länderpreisen ist PlentyONE am weitesten. 41 Währungen sind hinterlegbar. Jeder Verkaufspreis lässt sich auf Land, Währung, Kundenklasse und Verkaufskanal einschränken: Wer den polnischen Preis selbst setzen will, pflegt ihn, statt ihn nachts umrechnen zu lassen. Pro Land lassen sich bis zu sechs Umsatzsteuersätze hinterlegen, mehrsprachige Produktinhalte sind in jeder Edition enthalten. Je nach Edition verwaltet die Plattform 1 bis 50 Lagerstandorte, das Lager eines Dienstleisters in Frankreich läuft also im selben Bestand wie das eigene. All das liegt auf demselben Datenbestand wie der übrige Betrieb.

Dünner wird es bei den Zustellern außerhalb des deutschsprachigen Raums. Fest integriert sind sieben Versanddienstleister, nämlich DHL, DPD, GLS, Hermes, Iloxx, Swiss Post und UPS. Für DHL-Sendungen erzeugt das System Zollinhaltserklärungen, Versandprofile weisen Sendungen automatisch nach Land, Region, Gewicht und Volumen zu, und die Retoure läuft als eigener Auftragstyp unter dem Ursprungsauftrag. Wer im Zielland einen lokalen Zusteller braucht, bindet ihn zusätzlich an. Wer dagegen Reichweite, Bestand, Länderpreise und Steuersätze für mehrere Länder in einer Plattform halten will, bekommt hier den vollständigsten Satz davon, zum Einstieg ab 59 Euro im Monat, in dem Warenwirtschaft, PIM, Lager, eigener Shop und fünf Kanäle bereits stecken.

Ideal für: Händler, die Reichweite, Bestand, Länderpreise und Steuersätze für mehrere Länder in einem System halten wollen.

Zur Website von PlentyONE

2. JTL

Beim Versand und beim Lager hat JTL den größten Vorsprung. Die Versandplattform verschickt aus neun Ländern: Deutschland, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden, Frankreich, Italien, Tschechien, Spanien und Portugal. Es bindet über 35 Zusteller an, darunter bpost, Chronopost und BRT. Ein Paket nach Mailand wird damit im Land selbst zugestellt, was Laufzeit und Porto senkt. Auf der Lagerseite laufen eigene Standardlager, JTL-WMS-Lager und die Lager von Fulfillment-Dienstleistern parallel im selben Bestand, sodass ein Vorratslager im Zielland eine zweite Bestandsführung erspart.

Der Einstieg kostet nichts, JTL Start liegt bei 0 Euro im Monat. Mehrsprachigkeit sowie Mehrwährung sind bereits in der Basisversion vorhanden. Abgerechnet wird nach der Zahl der Marktplatzaufträge statt nach Umsatz: Das kleinste Kontingent deckt 100 Marktplatzaufträge im Monat ab und kostet 25 Euro. Wer darüber liegt, bucht das nächstgrößere. Aufträge aus dem eigenen JTL-Shop zählen nicht mit und sind in jeder Edition frei.

Für den Schritt über die Grenze hat JTL allerdings drei Bremsen. Die Wawi selbst wird nur auf Deutsch bedient, ein Lager- oder Serviceteam in Frankreich oder Polen arbeitet also in einer fremdsprachigen Oberfläche. Einen eigenen Preis je Land kennt das System nicht, das läuft über Kundengruppen. JTL rät selbst zu höchstens 20 bis 30 davon. Die Wawi läuft auf dem eigenen Rechner oder Server statt im Browser. Ein zweiter Standort im Ausland ist damit ein IT-Projekt und keine Anmeldung. Wer im deutschsprachigen Raum verkauft und von dort versendet, bekommt dafür die dichteste Versandanbindung im Vergleich.

Ideal für: Händler, die aus mehreren europäischen Lagern versenden und den Versand selbst steuern wollen.

Zur Website von JTL

3. Xentral

Bei den Steuern im Empfängerland liegt Xentral vorn, als einziges System im Vergleich mit einem eigens gebauten Lieferschwellen-Modul. Es bestimmt die Umsatzsteuer für jedes EU-Empfängerland, überwacht den kumulierten Wert von 10.000 Euro und meldet sich auf Wunsch per E-Mail, bevor die erste Rechnung mit deutschem Satz nach Warschau geht. Der Einstieg liegt bei 99 Euro im Monat im Jahresvertrag. Belege gibt Xentral in sechs Sprachen aus, auf Deutsch, Englisch, Französisch, Niederländisch, Italienisch und Spanisch.

Reichweite ist ebenfalls vorhanden. Der Katalog führt 90 Marktplatzkacheln von Carrefour bis Zalando. Davon laufen 77 über einen Anbindungspartner mit eigenem Vertrag, 58 über Tradebyte und 19 über Mirakl. Auf der Versandseite bringt Xentral mit Post.at und Post.ch eigene Anbindungen mit. Versandregeln wählen den Zusteller automatisch und über Rücksendezentren-Gruppen endet die Rücksendung aus Mailand im Zielland. Für Sendungen in die USA pflegt Xentral seit Juli 2026 ein eigenes Artikelfeld für den zehnstelligen HTSUS-Code.

Der Haken sitzt genau dort, wo Xentral am stärksten ist. Das Lieferschwellen-Modul gibt es erst ab der Edition Business für 649 Euro im Monat, also zwei Preisstufen über dem Einstieg. Wer gerade die 10.000-Euro-Grenze reißt und die Überwachung am dringendsten bräuchte, sitzt damit im falschen Tarif. Und die 77 partnergestützten Marktplätze sind kein Schalter, den man umlegt, sondern ein zweiter Vertrag mit eigener Zulassung und eigener Gebühr. Cdiscount steht also nicht am nächsten Tag online. Wo das Budget stimmt und die Marktplatzverträge stehen, rechnet Xentral die Ziellandsteuer dafür so genau ab wie kein anderes System im Vergleich.

Ideal für: wachsende Händler, die Lieferschwelle und Ziellandsteuer im eigenen System sehen wollen.

Zur Website von Xentral

4. ChannelEngine

Bei den Marktplätzen der Zielländer reicht keiner an ChannelEngine heran: 121 europäische Kanäle, 109 davon mit Bestellrückmeldung. Bemerkenswert ist die Verteilung, denn Frankreich liegt mit 56 bestellfähigen Kanälen vor Deutschland mit 51. Rechnungen gehen automatisch in der Sprache der Rechnungsadresse hinaus. Ein Kunde in Frankreich bekommt seine Rechnung also auf Französisch. Die Wechselkurse holt die Plattform täglich von der Europäischen Zentralbank, was die Umrechnung am Auftrag für die Buchhaltung nachvollziehbar macht.

Die Steuerberechnung am Auftrag übernimmt eine gepflegte Länderliste, sobald für das Zielland eine internationale Umsatzsteuer-Nummer hinterlegt ist. Einen eigenen Auftrags- und Bestandskern bringt die Plattform dagegen nicht mit. Lager, Bestand, Einkauf, Retouren und Buchhaltung laufen weiter im System dahinter. Wer noch keine Warenwirtschaft betreibt, kauft mit ChannelEngine also keinen Betrieb, sondern nur den Zugang zu den Kanälen. Die Plattform darunter braucht er zusätzlich. Genau dort, wo dieser Kern bereits steht, liegt der Wert: Wer ein ERP betreibt, kauft europäische Reichweite ein und lässt den Betriebskern unangetastet. Der Tarif Start deckt bis zu fünf Verkaufskanäle und 15.000 Artikel ab. In den beiden Stufen darüber sind die Kanäle unbegrenzt.

Ideal für: Marken mit laufender Warenwirtschaft, die westeuropäische Marktplätze in der Breite bespielen wollen.

Zur Website von ChannelEngine

Fazit: Welches System passt zu welcher Expansion?

Wer zu einem laufenden ERP nur Reichweite hinzukauft, findet sie bei ChannelEngine. Wer aus mehreren europäischen Lagern versendet, ist bei JTL richtig, wer die Lieferschwelle im eigenen System sehen will, bei Xentral. Wer den ganzen Betrieb und die Kanäle der Zielländer in einer Plattform halten und Land um Land dazunehmen will, landet bei PlentyONE: 80 Verkaufskanäle, 41 Währungen mit eigenem Verkaufspreis je Land und bis zu sechs Umsatzsteuersätze je Land liegen dort auf demselben Datenbestand.

Welche Multichannel-Software eignet sich für den Verkauf in mehreren EU-Ländern?

Das hängt davon ab, was bereits läuft. Wer noch ohne Warenwirtschaft startet, kommt mit einer Komplettplattform am weitesten: PlentyONE führt 80 Verkaufskanäle, 41 Währungen und mehrsprachige Produktinhalte in jeder Edition. Wer ein ERP betreibt und nur Reichweite braucht, erreicht über ChannelEngine 121 europäische Kanäle, 109 davon mit Bestellrückmeldung, und wer die Ziellandsteuer im eigenen System überwachen will, findet bei Xentral das Lieferschwellen-Modul.

Was kostet Multichannel-Software für den internationalen Handel?

Die Einstiegspreise liegen weit auseinander: JTL Start bei 0 Euro im Monat zuzüglich Auftragskontingent ab 25 Euro, PlentyONE bei 59 Euro, Xentral bei 99 Euro im Monat im Jahresvertrag, ChannelEngine auf Anfrage. Entscheidend ist aber die Stufe, ab der die internationale Funktion liegt, denn bei Xentral kommt das Lieferschwellen-Modul erst mit der Edition Business bei 649 Euro im Monat.

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