IG BCE kritisiert massiven Beschäftigungsabbau bei Accenture in Hannover
Die IGBCE verurteilt den geplanten Beschäftigungsabbau beim Consultingunternehmen Accenture am Standort Hannover scharf. Nach dem Betriebsübergang von Conseo GmbH auf Accenture Business Operations GmbH im September 2025 plant das Unternehmen nur ein Jahr nach der Übernahme den Abbau von 100 Beschäftigten am Standort Hannover. Conseo war eine Tochter der Continental AG und hat überwiegend Abrechnungen für Continental durchgeführt.
Für die Gewerkschaft ist diese Entwicklung ein schwerer Vertrauensbruch gegenüber den Beschäftigten. Noch während des Betriebsübergangs wurde den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern seitens Continental vermittelt, dass ihre Arbeitsplätze langfristig gesichert seien. Nun verlieren innerhalb kurzer Zeit zwei Drittel der Belegschaft ihre berufliche Perspektive am Standort.
„Die Beschäftigten haben dem Betriebsübergang zugestimmt, weil ihnen Sicherheit und Zukunftsperspektiven in Aussicht gestellt wurden. Dass nun 100 von 150 Arbeitsplätzen wegfallen, ist für die Betroffenen und ihre Familien ein schwerer Schlag und stellt die damaligen Zusagen massiv infrage“, erklärt Sören Tuleweit von der IG BCE. Mit dem Betriebsrat wurde ein Interessenausgleich und Sozialplan vereinbart, der Abfindungszahlungen vorsieht.
Accenture erbringt am Standort Hannover auf dem Werksgelände der Continental AG in Stöcken Dienstleistungen insbesondere im Bereich der Abrechnung und administrativen Prozesse für Continental. Nach Informationen der Arbeitnehmervertretung sollen die Tätigkeiten zunächst nach Rumänien verlagert werden. Perspektivisch ist vorgesehen, die Arbeitsplätze anschließend weiter nach Indien zu transferieren.
Dieser Vorgang zeigt exemplarisch die Risiken einer rein kostenorientierten Verlagerungsstrategie. Qualifizierte und erfahrene Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze, obwohl die Arbeit weiterhin benötigt wird und lediglich ins Ausland verlagert werden soll.
Die Gewerkschaft fordert Accenture auf, seine soziale Verantwortung wahrzunehmen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um weitere Arbeitsplatzverluste zu verhindern. Gleichzeitig erwartet die IGBCE von der Continental AG, die Auswirkungen der Verlagerungsentscheidungen auf die Beschäftigten nicht zu ignorieren und sich ihrer Verantwortung gegenüber den langjährig am Standort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bewusst zu sein.
Ansprechpartner für Rückfragen: Sören Tuleweit, Tel. 0173 6080620.
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