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IGBCE Nord fordert Perspektive für Industriepark Walsrode und bietet Unterstützung bei der Transformation

IGBCE Nord fordert Perspektive für Industriepark Walsrode und bietet Unterstützung bei der Transformation

Die IGBCE warnt vor einem fortschreitenden Niedergang der chemischen Industrie und den Folgen für die gesamte Wertschöpfungskette in der Region Walsrode. „Hohe Energiepreise, strenge Vorgaben der europäischen Klima- und Industriepolitik sowie der schleppende Ausbau alternativer Energieträger gefährden die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Unternehmen im Industriepark Walsrode“, warnte Ralf Becker, Leiter des IGBCE-Landesbezirks Nord im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung am 11. Juni 2026 in Walsrode.

Die IGBCE Nord reagiert auf die Krise mit einem konkreten Unterstützungsangebot: Mit dem Beratungsprogramm „Jetzt! Zukunft erhalten" unterstützt das KOMPETENZNETZ der IGBCE Betriebsrätinnen und Betriebsräte krisengefährdeter Unternehmen dabei, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Prozesse zu verbessern und neue Produktfelder zu erschließen – gemeinsam mit den Unternehmensleitungen. Verwaltung und Politik sollen diesen Transformationsprozess aktiv begleiten. Entscheidend sei dabei, den gesamten Industriepark in den Blick zu nehmen, betonte Ralf Becker. „Wir brauchen langfristige Perspektiven für den gesamten Industriepark, um die industriellen und tarifgebundenen Arbeitsplätze zu sichern. Die chemische Industrie ist ein zentraler Motor der regionalen Wertschöpfung und sichert damit wichtige gesellschaftliche Leistungen.“

Derzeit arbeiten rund 1700 Beschäftigte in den sieben betroffenen Industrieunternehmen. „Ohne die Chemische Industrie wäre die Stadt Walsrode nicht das, was sie heute ist“, so Ralf Becker.

Erste Ansätze einer solchen sozialpartnerschaftlichen Zusammenarbeit gibt es bei Wipak Walsrode. Auch der Folienhersteller steht unter erheblichem Wettbewerbsdruck. „Die geopolitischen Spannungen im Iran und auf der arabischen Halbinsel erschweren den Bezug von Rohstoffen und führen zu starken Preisschwankungen“, berichtet Betriebsrat Jörg Valentin. Neben den hohen Energiekosten erhöhe dies zusätzlich den Kostendruck am Standort.

Um die Zukunft des Unternehmens zu sichern, haben Betriebsrat und Geschäftsführung im Rahmen einer Standortvereinbarung einen gemeinsamen Steuerungskreis gegründet. Darin entwickeln lokale und Konzern-Geschäftsführung, Betriebsrat sowie die IGBCE gemeinsame Strategien für die Entwicklung des Unternehmens im Industriepark.

Dieser Ansatz wird nun weiter ausgebaut: „Die existierende Zusammenarbeit der Industriepark-Betriebsräte soll in einem gemeinsamen Projekt über Potentiale der Kreislaufwirtschaft intensiviert werden“, berichtet Jörg Valentin, der den Betriebsrat im Steuerungskreis vertritt. Impulse erwartet er auch von der Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaftsförderung in einem anstehenden Projekt und von den Ergebnissen einer laufenden Energiesystemstudie.

Hintergrund

Niedersachsen ist ein bedeutender Chemiestandort: Die Branche umfasst rund 23.000 Arbeitsplätze in etwa 160 Betrieben und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der Chemieindustrie liegt derzeit jedoch nur bei rund 70 Prozent.

Kontakt für Rückfragen:

Petra Adolph, 0151 11347040

petra.adolph@igbce.de

Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Ralf Becker
Landesbezirksleiter Nord
Königsworther Platz 6, 30167 Hannover
Telefon: +495117631501
Telefax: +49 5117631520
E-Mail:  lb.nord@igbce.de
Internet:  IG BCE Landesbezirk Nord

Über uns: Der Landesbezirk Nord der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hat rund 80.000 Mitglieder. Zum Organisationsbereich gehören die Branchen Chemie/Pharma, Kautschuk, Papier, Kunststoffe, Energie, Erdöl und Erdgas, Glas, Keramik, Kali- und Steinsalz, Leder und industrienahe Entsorgung. Landebezirksleiter ist Ralf Becker.

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