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Auftaktveranstaltung am Chemiestandort Stade: IGBCE Nord fordert bessere Rahmenbedingungen für Grundstoffindustrie

Auftaktveranstaltung am Chemiestandort Stade: IGBCE Nord fordert bessere Rahmenbedingungen für Grundstoffindustrie

Die IGBCE warnt vor einem fortschreitenden Niedergang der chemischen Grundstoffindustrie und den Folgen für die gesamte industrielle Wertschöpfungskette am Standort Stade. „Es geht hier um weit mehr als den Verlust von Arbeitsplätzen. Die Grundstoffindustrie ist ein zentraler Motor für Wertschöpfung in der Region und sichert damit auch wichtige gesellschaftliche Leistungen“, sagte Ralf Becker, Leiter des IGBCE Landesbezirks Nord im Rahmen der Diskussionsveranstaltung: „Jetzt! Zukunft erhalten" am 5. Juni 2026 im Von-Stemmen-Hof in Stade.

Vor rund 50 Vertreterinnen und Vertretern aus betrieblicher Mitbestimmung, Wirtschaft und Politik verwies Ralf Becker auf die schwierige Lage der energieintensiven Unternehmen am Standort: „Hohe Energiepreise, strenge Vorgaben der europäischen Klima- und Industriepolitik sowie der bislang zu langsame Ausbau alternativer Energieträger gefährden die Wettbewerbsfähigkeit vieler Chemieunternehmen.“

Für AOS sind die aktuellen Regelungen des EU-Emissionshandels ein erheblicher Kostenfaktor, berichtete der Betriebsratsvorsitzende Oliver Elsen. Der Hersteller von Aluminiumhydroxid und Aluminiumoxid, Ausgangsstoffe für sämtliche Aluminiumprodukte, aber auch für Wasseraufbereitung und Flammenschutzmittel, benötige bei Vollproduktion in der Stunde 25.000 Kubikmeter Gas – so viel wie eine Kleinstadt innerhalb eines Jahres. „Weil wir für jede einzelne Tonne Kohlendioxid, die unsere Produktionsanlagen ausstoßen, ein CO₂-Zertifikat kaufen müssen, steigen die Produktionskosten enorm“, so Oliver Elsen. „Wir sind nicht mehr wettbewerbsfähig.“ Ein kurzfristiger Umstieg auf alternative Energieträger sei keine realistische Option, weil die notwendige Infrastruktur – etwa für Wasserstoff – auf absehbare Zeit nicht zur Verfügung stehen wird.

Um drohende Standortschließungen und den Verlust industrieller und tarifgebundener Arbeitsplätze zu verhindern, mahnte Landesbezirksleiter Ralf Becker die Politik zu raschem Handeln. Er forderte unter anderem eine verlässliche Begrenzung der Energiepreise, Übergangsregelungen bei der Ausgabe von CO₂-Zertifikaten für die Transformation hin zur klimaneutralen Produktion sowie ein Abbau bürokratischer Hürden, um Investitionen in Industriestandorte schneller zu ermöglichen.

Die Diskussionsveranstaltung in Stade bildete den Auftakt des Aktionsprogramms „Jetzt! Zukunft erhalten“. Mit dem Beratungsprogramm unterstützt das KOMPETENZNETZ der IGBCE Betriebsrätinnen und Betriebsräte krisengefährdeter Unternehmen dabei, Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, Prozesse zu optimieren und neue Produktfelder zu erschließen – im Dialog mit den jeweiligen Unternehmensleitungen. Ziel ist es, industrielle Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Das geschieht im Dialog mit der Geschäftsführung.

Hintergrund

Niedersachsen ist ein bedeutender Chemiestandort: Die Branche umfasst rund 23.000 Arbeitsplätze in etwa 160 Betrieben und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als zehn Milliarden Euro. Die durchschnittliche Kapazitätsauslastung der Chemieindustrie liegt derzeit jedoch nur bei rund 70 Prozent.

Kontakt für Rückfragen:

Petra Adolph, 0151 11347040

petra.adolph@igbce.de

Industriegewerkschaft IGBCE
Verantwortlich: Ralf Becker
Landesbezirksleiter Nord
Königsworther Platz 6, 30167 Hannover
Telefon: +495117631501
Telefax: +49 5117631520
E-Mail:  lb.nordost@igbce.de">lb.nord@igbce.de
Internet:  IG BCE Landesbezirk Nord

Über uns: Der Landesbezirk Nord der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hat rund 80.000 Mitglieder. Zum Organisationsbereich gehören die Branchen Chemie/Pharma, Kautschuk, Papier, Kunststoffe, Energie, Erdöl und Erdgas, Glas, Keramik, Kali- und Steinsalz, Leder und industrienahe Entsorgung. Landebezirksleiter ist Ralf Becker.

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