250 Beschäftigte fordern Zukunftsperspektive für Lübecker Euroimmun-Standort
Rund 250 Beschäftigte des Labordiagnostik-Herstellers Euroimmun haben sich heute in ihrer Mittagspause an einer gewerkschaftlichen Kundgebung beteiligt und damit ein deutliches Zeichen für den Erhalt und die Zukunftsfähigkeit des Standorts gesetzt.
Im Mittelpunkt der Kundgebung standen die wachsenden Sorgen vieler Beschäftigter über die langfristige Entwicklung des Unternehmens. Nach Monaten des Personalabbaus und Einsparungen von mehr als 40 Millionen US-Dollar stellen sich immer mehr Kolleginnen und Kollegen die Frage, wie die Zukunftsstrategie des Unternehmens aussieht und welche Perspektive der Standort künftig haben wird.
Zusätzliche Verunsicherung haben die jüngst bekannt gewordenen Pläne zum möglichen Verkauf des China-Geschäfts inklusive des dazugehörigen Knowhows ausgelöst. Es besteht die Befürchtung der langfristigen Verlagerung der gesamten Produktion und Entwicklung nach China. Viele Beschäftigte fragen sich, welche Auswirkungen solche Entscheidungen auf die globale Aufstellung des Unternehmens, auf Innovationskraft, Knowhow und langfristige Investitionen haben werden.
„Die Beschäftigten tragen seit Jahren zum Erfolg des Unternehmens bei und leisten auch in der aktuellen herausfordernden Situation ihren Beitrag. Daher erwarten sie zu Recht klare Antworten auf die Frage, wie die Zukunft des Unternehmens und des Standorts gestaltet werden soll“, so IGBCE, Bezirksleiterin Henrike Rauber, am Rande der Kundgebung.
Die Arbeitnehmerseite betonte dabei ihre Bereitschaft, gemeinsam mit dem Vorstand an Lösungen zu arbeiten. Voraussetzung dafür seien Transparenz, eine offene Kommunikation und die frühzeitige Einbindung der Beschäftigten und ihrer Vertretungen. „Wir wollen konstruktive Lösungen und einen ernsthaften Dialog über die Zukunft des Unternehmens. Die Belegschaft erwartet nachvollziehbare strategische Entscheidungen und ein klares Bekenntnis zur Zukunft des Standorts. Nur mit den Beschäftigten und nicht gegen sie wird es gelingen, die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu bewältigen.“ Erklärte eine Sprecherin der gewerkschaftlichen, betrieblichen Vertrauensleute.
Viele Mitarbeitende äußern zudem die Sorge, dass durch den laufenden Personalabbau wertvolles Know-how und langjährige Erfahrung verloren gehen könnten. Damit verbunden sind Fragen nach der zukünftigen Arbeitsorganisation, der Wettbewerbsfähigkeit und der Fähigkeit des Unternehmens, auch künftig Innovationen voranzutreiben.
Die hohe Beteiligung an der Kundgebung unterstreicht nach Auffassung der Gewerkschaft den Wunsch der Beschäftigten nach Orientierung und Sicherheit. Gleichzeitig sei sie Ausdruck eines starken Zusammenhalts innerhalb der Belegschaft. „Die Menschen am Standort wollen Teil der Zukunft sein. Sie wollen verstehen, wohin die Reise geht, und sie wollen ihren Beitrag leisten. Dafür brauchen sie Klarheit, Vertrauen und eine Perspektive. Genau dafür setzen wir uns ein.“
Die Gewerkschaft kündigte an, sich weiterhin für einen konstruktiven Austausch mit dem Vorstand einzusetzen und die Interessen der Beschäftigten im weiteren Prozess konsequent zu vertreten.
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