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Technische Universität München

Erste Universität in der EU: TUM baut eigenen KI-Chip in 7-nm-Technologie

TECHNISCHE UNIVERSITÄT MÜNCHEN

PRESSEMITTEILUNG

Als erste Universität in der EU

TUM baut eigenen KI-Chip in 7-nm-Technologie

An der Technischen Universität München (TUM) ist der EU-weit erste KI-Chip mit moderner 7-Nanometer-Technologie entstanden. Prof. Hussam Amrouch entwickelte den neuromorphen Chip auf Grundlage des Standards des weltweit führenden Chip-Produzenten TSMC. Künftig will der Professor für KI-Prozessor-Design zusammen mit seiner Forschungsgruppe jährlich mindestens drei neue Designs entwerfen, die ab 2028 von der European Semiconductor Manufacturing Company (ESMC) in Dresden gefertigt werden sollen.

Die Covid-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und geopolitische Veränderungen haben Lieferketten unsicher gemacht. „Deshalb ist es künftig wichtig, von der Ausbildung von KI-Chip-Fachleuten, über die technologische Entwicklung bis hin zur Fertigung von KI-Chips sämtliche Schritte in Deutschland und Europa zu machen“, sagt Amrouch. Erst vor drei Monaten hatte er das KI-Chip -Forschungs- und Ausbildungszentrum MACHT-AI an der TUM eröffnet – gefördert von den bayerischen Ministerien für Wissenschaft und Wirtschaft. Künftig, so seine Vorstellung, werden Studierende hierzulande das KI-Chip-Design lernen und in Unternehmen KI-Chips und Algorithmen selbst entwickeln. Zudem wird deren Produktion in Deutschland möglich sein.

KI-Chip verarbeitet Daten lokal

Anders als Hersteller von Cloud-basierten KI-Chips wie beispielsweise NVIDIA, konzentriert sich der Münchner Professor auf eine Technologie, die Daten vor Ort direkt am Gerät verarbeitet und nicht in die Cloud schickt. „Das ist eine grundlegende Lösung zum Schutz der Privatsphäre unserer Bürgerinnen und Bürger“, sagt Amrouch.

Die auf dem Open-Source-Standard RISC-V basierenden KI-Chips lassen sich maßgeschneidert für eine spezifische Aufgabe anpassen, etwa um bei einer Gesundheitsanwendung den Herzschlag oder Hirnsignale aufzuzeichnen und auszuwerten oder aber ein Sprachmodell einzusetzen. Diese Spezialisierung ist gegenüber einem Alleskönner-KI-Chip effizienter. Amrouch: „Sie können sich einen Ferrari kaufen, sind damit aber in der Stadt nicht unbedingt schneller. Ein E-Bike ist hier effizienter.“ Wichtig zudem: Auch für Kontrollelektronik in Quantencomputing sollen seine KI-Chips in wenigen Jahren zum Einsatz kommen.

Daten bleiben privat und sind sicher

Durch die lokale Verarbeitung der Daten ist die Technologie Cyber-sicher und damit auch gegen den Missbrauch von Dritten geschützt. „Wer den Chip designt und baut, weiß, was drinsteckt und kann garantieren, was er tun wird“, sagt Amrouch, dem wichtig ist, dass Unternehmen ihren Kunden die Privatsphäre ihrer Daten garantieren können.

Für Wirtschaftsbranchen wie die Automobilindustrie ist Vertrauen eine wichtige „Währung“, die aktuell hinsichtlich leistungsfähiger Chips nicht in europäischer Hand liegt. Und auch die Verteidigungsindustrie fordert absolute Sicherheit ein, wenn es um den Einsatz von Chips etwa für Drohnen geht. Eventuell eingebaute Trojaner sind hier ein unkalkulierbares Risiko, insbesondere wenn Chips außerhalb Deutschlands und der EU entwickelt und gefertigt werden.

Bayerns Wissenschaftsminister Markus Blume sagt: „Ein echter KI-Coup an der TUM! Der EU-weit erste KI-Chip mit 7-Nanometer-Technologie kommt aus Bayern. Er bringt Leistung, Energieeffizienz und Sicherheit zusammen. Fakt ist: Die TUM ist mit MACHT-AI das Herzstück unseres bayerischen Halbleiter-Ökosystems. Um wettbewerbsfähig, unabhängig und souverän zu sein, entwickeln wir hier Technologien und bilden Talente aus.“

Der Bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger ist überzeugt: „Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren eine enorme Entwicklung genommen. Wir müssen als Wirtschaft in der Lage sein, diese Entwicklung nicht nur mit zu gehen, sondern auch mitzugestalten. Die Entwicklung eines eigenen KI-Chips in der TUM zeigt eindrucksvoll, wie toll sich das Bayerische Halbleiterökosystem entwickelt.“

TUM-Präsident Thomas Hofmann betont: „Geopolitische Risiken haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Deshalb ist es wichtig, dass Spitzentechnologie in Deutschland und Europa entwickelt und produziert wird. Mit seinen KI-Chips zeigt Prof. Hussam Amrouch eindrucksvoll, wie die Abhängigkeit von Asien und den USA erfolgreich reduziert und die technologische Selbstbestimmtheit Europa gestärkt werden kann. Und das im Übrigen mit einem sehr nachhaltigen Konzept.“

Mehr Informationen

  • Seit Oktober letzten Jahres fördern das Bayerische Wissenschaftsministerium sowie das Bayerische Wirtschaftsministerium das Munich Advanced Technology Center für High-Tech Chips, kurz MACHT-AI, an der TUM. In den kommenden fünf Jahren sollen hier mehr als 300 Studierende und Forschende der TUM aus dem Ingenieur- sowie Informatikbereich den Entwurf und die Entwicklung von KI-Chips lernen. Der erste Trainingsworkshop findet im März statt.

Zusatzinformationen für Redaktionen:

Fotos zum Download: https://mediatum.ub.tum.de/1842040

Wissenschaftlicher Kontakt:

Prof. Hussam Amrouch

Lehrstuhl für KI-Prozessor-Design

Technische Universität München

amrouch@tum.de

Kontakt im TUM Corporate Communications Center:

Andreas Schmitz

0162-27 46 193

andreas.schmitz@tum.de

Die Technische Universität München (TUM) ist mit rund 700 Professuren, 53.000 Studierenden und 12.000 Mitarbeitenden eine der weltweit stärksten Universitäten in Forschung, Lehre und Innovation. Ihr Fächerspektrum umfasst Informatik, Ingenieur-, Natur- und Lebenswissenschaften, Medizin, Mathematik sowie Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie handelt als unternehmerische Universität und sieht sich als Tauschplatz des Wissens, offen für die Gesellschaft. An der TUM werden jährlich mehr als 70 Start-ups gegründet, im Hightech-Ökosystem München ist sie eine zentrale Akteurin. Weltweit ist sie mit dem Campus TUM Asia in Singapur sowie Büros in Brüssel, Mumbai, Peking, San Francisco und São Paulo vertreten. An der TUM haben Nobelpreisträger und Erfinderinnen und Erfinder wie Rudolf Diesel, Carl von Linde und Rudolf Mößbauer geforscht. 2006, 2012 und 2019 wurde sie als Exzellenzuniversität ausgezeichnet. In internationalen Rankings wird sie regelmäßig als beste Universität in der Europäischen Union genannt.

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