Eine alte Krankheit bleibt eine globale Herausforderung
Eine alte Krankheit bleibt eine globale Herausforderung
Auch am Klinikum Ingolstadt ist Tuberkulose noch immer ein Thema
Vor über 140 Jahren entdeckte der Arzt und Mikrobiologe Robert Koch den Tuberkulose-Erreger. Seine Entdeckung markierte einen Meilenstein der Medizin. Der Welttuberkulosetag am 24. März erinnert an diesen medizinischen Durchbruch – und daran, dass die Krankheit bis heute nicht besiegt ist. Auch am Klinikum Ingolstadt werden nach wie vor mehrere Tuberkulose-Fälle pro Jahr behandelt.
Robert Kochs Identifizierung des Mycobacterium tuberculosis legte den Grundstein für das wissenschaftliche Verständnis einer Krankheit, die über Jahrhunderte hinweg Millionen Menschenleben forderte. Um die Wende zum 20. Jahrhundert war Tuberkulose – auch als „Schwindsucht“ bekannt – weit verbreitet. Bevölkerungswachstum, zunehmende Urbanisierung, beengte Wohnverhältnisse und schlechte hygienische Bedingungen im Zuge der Industrialisierung begünstigten die Ausbreitung der Erkrankung. Gleichzeitig fehlten wirksame Therapien, sodass die Krankheit lange Zeit eine der häufigsten Todesursachen war.
Heute ist Tuberkulose weiterhin ein bedeutendes globales Gesundheitsproblem. Schätzungen zufolge ist rund ein Viertel der Weltbevölkerung mit dem Erreger infiziert, etwa zehn Prozent der Infizierten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine aktive Erkrankung. Jährlich sterben weltweit etwa 1,5 Millionen Menschen an Tuberkulose.
Auch verschiedene Risikofaktoren beeinflussen das Erkrankungsrisiko erheblich. Dazu zählen insbesondere Mangelernährung sowie seit den 1980er-Jahren auch Infektionen mit dem HI-Virus, die das Immunsystem schwächen und eine Tuberkuloseerkrankung begünstigen können.
„Tuberkulose ist trotz moderner Medizin keineswegs überwunden“, erklärt Prof. Dr. Lars Henning Schmidt, Direktor der Klinik für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Thorakale Onkologie am Klinikum Ingolstadt. Laut Prof. Dr. Schmidt ist die Geschichte von Tuberkulose dennoch ein Beweis für die Fortschritte in der Medizin: „Die Erkrankung zeigt, wie eng soziale Faktoren, globale Gesundheit und medizinische Forschung miteinander verknüpft sind. Um Tuberkulose langfristig einzudämmen, sind frühzeitige Diagnostik, konsequente Behandlung und internationale Zusammenarbeit weiterhin entscheidend.“
Der Welttuberkulosetag soll deshalb nicht nur an die historische Entdeckung des Erregers erinnern, sondern auch das Bewusstsein dafür schärfen, dass Tuberkulose auch heute noch eine der bedeutendsten Infektionskrankheiten weltweit ist.
Auch am Klinikum Ingolstadt wird die Erkrankung weiterhin diagnostiziert und behandelt. Laut Prof. Dr. Schmidt werden dort jedes Jahr mehrere Tuberkulosefälle festgestellt. Die Therapie erfolgt in der Regel über mehrere Wochen und umfasst eine Kombination verschiedener Antibiotika.
Falls Interesse an einem ausführlichen, persönlichen Interview mit Prof. Dr. Lars Henning Schmidt, Direktor der Klinik für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Thorakale Onkologie, zu diesem Thema besteht, melden Sie sich bitte gerne bei uns.
Ihre Ansprechpartnerin für Rückfragen Kevin Reichelt Unternehmenskommunikation und Marketing Tel.: (0841) 8 80-10 63 E-Mail: kevin.reichelt@klinik...olstadt.de