Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
VNW-Direktor Andreas Breitner zu den Ergebnissen des „Bau-Monitors 2026“ in Norddeutschland
64/2026
„In wichtigen Punkten bestätigen die Ergebnisse des ‚Baumonitors 2026‘ die Erfahrungen unserer Mitgliedsunternehmen.
Vor allem sorgen die zuletzt bekannt gewordenen Kürzungen bei der Bundesförderung für eine große Verunsicherung. Wer soll denn bauen und sanieren, wenn er immer damit rechnen muss, dass Investitionspläne kurzfristig über den Haufen geworfen werden, weil sich mal wieder ‚über Nacht‘ die Förderkriterien ändern?
Wohnungsbau ist kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Gerade millionenschwere Bauprojekte nehmen von der Planung bis zum Abschluss mehrere Jahre in Anspruch – und da ist es kontraproduktiv, wenn ‚unterwegs‘ von der Politik die Rahmenbedingungen geändert werden. Wir erkennen an, dass die Lage der öffentlichen Haushalte angespannt ist. Aber darunter darf die Verlässlichkeit nicht leiden.
Dem Bau-Monitor zufolge ist die Zahl der Wohnungen in den drei norddeutschen Bundesländern zwischen 1995 und 2025 von 2,82 Millionen Wohnungen auf 3,53 Millionen Wohnungen gestiegen. Das ist eine Zunahme um rund 25 Prozent. Die Bevölkerung stieg in den drei Ländern im gleichen Zeitraum um 2,73 Prozent.
Die scharfe Kritik der Studienautoren an der Bundesregierung lässt sich aus unserer Sicht nicht ohne Weiteres auf die Landesregierungen übertragen. In Kiel, Schwerin und Hamburg haben die zuständigen Politikerinnen und Politiker die schwierige Lage auf dem Wohnungsmarkt frühzeitig erkannt und die Fördermittel des jeweiligen Landes überdurchschnittlich erhöht.
Wenn sich der Bund das jetzt zunutze macht und auf Kosten der Länder bei der eigenen Wohnungsbauförderung spart, dann geht das so nicht.
Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum lässt sich langfristig vor allem durch den Neubau beseitigen. Der sogenannte Drittel-Mix – bei einem Neubauprojekt müssen 30 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert sein - ist der richtige Ansatz, durchmischte Quartiere zu schaffen (und so aus den Fehlern der 60er- und 70er-Jahre zu lernen).
Die Verlängerung aktuell bestehender Sozialbindungen gegen Zahlung einer entsprechenden Fördersumme an das Wohnungsunternehmen kann punktuell in besonders nachgefragten Quartieren helfen, kurzfristig den Bedarf an Sozialwohnungen zu erhalten.
Das Hauptaugenmerk der Politik muss darauf liegen, die Kosten des Wohnungsbaus zu senken. Mit dem Prinzip des ‚einfachen Bauens‘ und dem ‚Hamburg-Standard‘ ist der Norden auf dem richtigen Weg. Das ist aber nur der Anfang. Dieser Ansatz muss durch eine Entschlackung der Landesbauordnungen und durch eine (zeitliche) Verkürzung von Baugenehmigungsverfahren mit Hilfe digitalisierter Prozesse ergänzt werden.
Wir sehen auch in dem von der Bundesregierung beschlossenen Bau-Turbo eine Möglichkeit, bereits geplante und genehmigte Wohnungsbauprojekte rasch umzusetzen. So könnten in den kommenden zwei, drei Jahren mehrere Tausend bezahlbare Wohnungen zusätzlich geschaffen werden.
Was das Erreichen von Klimaneutralität bereits im Jahr 2040 angeht, so haben Wohnungswirtschaft und Landesregierung eine sinnvolle Vereinbarung getroffen. Das, was an Emissionsminderung die Wohnungsunternehmen nicht schaffen, wird von anderen Sektoren erreicht werden müssen. Das sorgt für Investitionssicherheit bei den Wohnungsunternehmen und hilft ihnen, beides zu erreichen: bezahlbare Mieten und Reduktion klimaschädlicher Emissionen.“
26/08/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 501 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de