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Bergwaldprojekt e.V.

Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt im 7. Jahr im Einsatz für die Artenvielfalt auf Hiddensee

Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt  im 7. Jahr im Einsatz für die Artenvielfalt auf Hiddensee
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Fast 20 Freiwillige aus ganz Deutschland stehen in den Startlöchern. Vom 1. bis 7. März 2026 werden sie mit dem Bergwaldprojekt e.V. auf der Ostseeinsel Hiddensee für die Landschaftspflege im Einsatz sein.

PRESSE-EINLADUNG

Sie sind herzlich eingeladen, selbst bei dem Einsatz dabei zu sein und diesen zu begleiten. Bitte melden Sie sich für die Terminabstimmung bei der Pressestelle des Bergwaldprojekts: 0931 991 220 11 oder presse@bergwaldprojekt.de.

Freiwillige mit dem Bergwaldprojekt im 7. Jahr im Einsatz für die Artenvielfalt auf Hiddensee

Born / Höchberg, 27. Februar 2026

Fast 20 Freiwillige aus ganz Deutschland stehen in den Startlöchern. Vom 1. bis 7. März 2026 werden sie mit dem Bergwaldprojekt e.V. auf der Ostseeinsel Hiddensee für die Landschaftspflege im Einsatz sein.

In der Küstendünenheide wird wieder tatkräftig entbuscht. Beteiligt sind Menschen mit ohne Behinderung. Der Einsatz für und in der Natur sensibilisiert die Freiwilligen auch für eine nachhaltige Lebensweise in ihrem Alltag. Ursprünglich waren wie jedes Jahr drei Wochen mit insgesamt fast 60 ehrenamtlichen Teilnehmenden geplant, zwei davon mussten aufgrund der Witterung in den vergangenen Wochen vor Ort aber leider abgesagt werden.

Die Dünenheide prägt seit Jahrhunderten das einzigartige Landschaftsbild der Insel. Das typische Mosaik aus Besenheide und Krähenbeere, silbergrasreichen Flechtenrasen und offenen Sandflächen droht jedoch durch Verbuschung und Gehölzaufwuchs zu verschwinden. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, organisiert das Nationalparkamt Vorpommern seit 2019 in Kooperation mit dem gemeinnützigen Verein Bergwaldprojekt e.V. mehrwöchige Landschaftspflegemaßnahmen, bei denen aufkommende Gehölzverjüngung in einem ca. 40 ha umfassenden Bereich der Dünenheide entnommen wurde. Vom 1. bis 7. März werden die Freiwilligen nun im siebten Jahr erneut die Verjüngung von Birken, Pappeln, Kiefern und Spätblühender Traubenkirsche auf der Dünenheide entfernen.

In den kommenden Jahren wird der Einsatzbereich für Entbuschungsmaßnahmen auf dem Dornbusch erweitert. Als höchste Erhebung der Insel ist er geprägt von mageren Kalk‑Trockenrasen, die zunehmend von aufkommendem Gehölzdruck betroffen sind. Der Schwerpunkt der Arbeiten liegt auf der Entnahme von Weißdorngebüschen in den Bereichen rund um den Leuchtturm, um die Offenlandstrukturen langfristig zu sichern. Die markanten, knorrigen Weißdorne unmittelbar am Leuchtturm bleiben dabei bewusst erhalten, da sie ein charakteristisches Element des Landschaftsbildes darstellen.

„Ich schätze die Zusammenarbeit mit dem Bergwaldprojekt sehr. Die Freiwilligen leisten einen wichtigen Beitrag zur Pflege unserer Kulturlandschaft und im gemeinsamen Arbeiten entstehen oft wertvolle Impulse für beide Seiten“, freut sich Jessica Thimian vom Nationalparkamt Vorpommern, die für die Organisation vor Ort verantwortlich ist. Anna Edner, Projektleiterin beim Bergwaldprojekt e.V., fügt hinzu: „Indem sich die Freiwilligen aktiv für ihre Umgebung engagieren, entwickeln sie oftmals auch neue Beziehungen zur Natur. Die freudvollen Erfahrungen aus den Projektwochen bestärken die Teilnehmenden darin, auch ihren eigenen Alltag naturverträglicher und ressourcenschonender zu gestalten. Damit beteiligen sie sich an der dringend notwendigen sozial-ökologischen Transformation.“

Wer selbst einmal aktiv mit anpacken und zum Erhalt der wertvollen Biotope beitragen möchte, kann dies beim Mitmachtag am 3. März gerne tun. Anmeldung und weitere Infos über: www.nlp-vbl.de > Termine oder 0385 588 639-18.

Die Einsatzwoche wird von Bildungsarbeit begleitet und dadurch werden die durchgeführten Arbeiten in einen größeren Umwelt- und Nachhaltigkeitszusammenhang gesetzt. In jeder Bergwaldprojekt-Woche ist zudem eine Exkursion vorgesehen, bei der die vielfältigen Aspekte des Ökosystems vor Ort näher beleuchtet und seine Bedeutung und Bedrohung besser verständlich gemacht werden. Das konkrete Beispiel macht globale ökologische Krisen greifbarer und hilft, Zusammenhänge besser zu verstehen.

Untergebracht sind die freiwilligen Helfer*innen für die Woche in einem Rüstzeitheim in Mehrbettzimmern. Ein Koch und eine Köchin des Bergwaldprojekts e.V. kümmern sich um die vegetarische, biologische und möglichst regionale und saisonale Verpflegung der Teilnehmenden.

Diese Projektwoche ist eine von sieben integrativen Wochen des Bergwaldprojekts in 2026. Die integrativen Einsätze bieten Möglichkeiten für gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Ein lebendiges Miteinander steht im Zentrum, Kooperation und Gemeinschaft sind die bestimmenden Werte.

Die Einsätze der Freiwilligen tragen wesentlich dazu bei, die wertvollen Kulturlandschaften der Insel Hiddensee mit ihren seltenen Lebensräumen zu erhalten. Dieser Erhalt ist nicht nur eines der Ziele des Nationalparks, sondern auch in europäischen Naturschutzvorgaben wie der FFH‑Richtlinie verankert.

Hintergrund:

Bergwaldprojekt e.V.

Das Bergwaldprojekt organisiert seit über 35 Jahren Freiwilligeneinsätze im Wald, Moor und in Offenlandschaften. 2026 bringt der Verein mit seinen Einsatzwochen in Deutschland mehr als 5.000 Freiwillige in die Natur. Dazu finden über 170 Projektwochen an ca. 90 verschiedenen Standorten in allen Regionen Deutschlands statt. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme wiederherzustellen und zu stabilisieren, den beteiligten Freiwilligen die Bedeutung und Bedrohung der natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und daran mitzuarbeiten, unsere Lebens- und Wirtschaftsweise nachhaltiger zu gestalten. Der Verein finanziert seine Arbeit größtenteils aus Spenden. Dieses Jahr finden zudem 14 einzelne Arbeitstage mit Freiwilligen im Frühjahr und im Herbst in ganz Deutschland statt, an denen unter anderem standortheimische Bäume gepflanzt werden.

Das Bergwaldprojekt ist für den Einsatz der letzten Jahrzehnte mit mehr als 50.000 Freiwilligen vom Bundesamt für Naturschutz als UN-Dekade-Projekt zur Wiederherstellung der Ökosysteme ausgezeichnet.

Natürliche Küstendünenheiden

Die Zwergstrauchheiden der deutschen Küstengebiete unterscheiden sich von den Heiden des Binnenlandes in ihrer Pflanzenwelt. Die größten Küstenheiden des Nationalparks befinden sich am Darßer Ort und auf dem Gellen. Eine besonders eindrucksvolle Heidelandschaft hat sich im Süden von Hiddensee ausgebildet. Ihr Vorkommen ist dort allerdings maßgeblich durch menschliche Nutzungsmuster wie Beweidung und Plaggen bedingt. Sie liegt in der Pflegezone des Nationalparks und wird auch weiterhin als Heidelandschaft erhalten.

In früheren Zeiten entstand diese Landschaft als Nebenprodukt der landwirtschaftlichen Nutzung. Wegen der Nutzungsaufgabe setzte die natürliche Sukzession ein. In Kombination mit den hohen Nährstoffeinträgen aus der Luft wachsen Bäume und Sträucher besonders gut und verdrängen die Küstendünenheide. Ohne regelmäßige Pflegemaßnahmen würde die einmalige Heidelandschaft mit ihren an den Lebensraum angepassten Arten allmählich verschwinden.

Pressekontakt:

Lena Gärtner
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Bergwaldprojekt e.V.
E-Mail:  lg@bergwaldprojekt.de
Telefon: 0931 991 220 1

Ein Pressebild zum Einsatz können Sie hier herunterladen.

Bitte senden Sie Belegexemplare an presse@bergwaldprojekt.de. Vielen Dank.