Hallo Bundesnetzagentur, wie wäre es mit #RoamingJetzt?
Pressemitteilung von diagnose:funk vom 1.7. 2026
Hallo Bundesnetzagentur, wie wäre es mit #RoamingJetzt?
Nationales Roaming könnte schnell Funklöcher schließen / Mobilfunkmesswoche lenkt von guter Lösung ab
Stuttgart, 1.7.2026: Anlässlich der Mobilfunkmesswoche, die die Bundesnetzagentur (BNetzA) zusammen mit Bund, Ländern, Kommunen und der Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft bis 1.7.2026 veranstaltet, schlägt die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk erneut nationales Roaming als Lösung vor. Bei nationalem Roaming buchen sich alle mobilen Geräte in das vor Ort vorhandene Mobilfunknetz ein – unabhängig vom eigenen Vertragspartner. Die Folge: Mobilfunkkund:innen haben auch in „graue Flecken“, in denen der eigene Mobilfunkanbieter nicht vertreten ist, per Roaming Zugang zu einem Mobilfunknetz. Dies würde sich anfühlen wie ein Netz für alle. Statt des Hashtags #CheckDeinNetz der BNetzA muss es heißen: #RoamingJetzt
„Seit Jahren kennen wir Roaming als bequemen Service aus dem europäischen Ausland“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Wieso soll das in Deutschland nicht auch möglich sein? Beim Stromnetz bauen wir doch auch jeweils nur ein Netz auf und nicht für jeden Stromanbieter eine eigene Überlandleitung! Das gleiche gilt für das Gas- und das Straßennetz. Wenn die Bundesnetzagentur Roaming bundesweit möglich machen würde, hätte auf dem Land die lästige Teilversorgung in grauen Flecken endlich ein Ende. Und der Ausbau von vier parallel betriebenen, aber nur teilausgelasteten Mobilfunknetzen wäre nicht weiter nötig. Daher fordern wir: #RoamingJetzt! Das spart Nerven, Ressourcen, Energie und schont Umwelt und Gesundheit.“
Laut aktuellem BNetzA-Bericht sind 13,3% der Bundesfläche solche grauen Flecken, in bergigen Flächenländern beträgt ihr Anteil durchschnittlich sogar 15-20% der jeweiligen Landesfläche, in ländlichen Gebieten in Baden-Württemberg sogar 32%. (siehe S. 4 in https://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP17/Drucksachen/6000/17_6630_D.pdf)
Legt man die veröffentlichten Werte und deren Entwicklung der letzten Jahre zugrunde, bleibt der graue-Flecken-Anteil bis 2030 bei 11,5% – statt bei 0,5%, wie den Mobilfunkbetreibern durch die BNetzA auferlegt wurde (siehe unsere Prognose-Grafik unten im Anhang). Mit nationalem Roaming könnte die BNetzA dieses Dilemma schnell lösen: Ein Netz für alle.
Sowohl bei der anstehenden Neuvergabe der 5G-Mobilfunkfrequenzen durch die Bundesnetzagentur als auch bei der aktuellen Novelle des Telekommunikationsgesetzes wäre es juristisch möglich, nationales Roaming für alle Netzbetreiber verpflichtend und bundesweit einzuführen. Bei LTE-800 plant die BNetzA dies sogar selbst!
Deshalb schlägt diagnose:funk in zwei Stellungnahmen zu Frequenzverfahren und in einer Stellungnahme zur TKG-Novelle vor, nationales Roaming nach einer angemessenen Übergangs- bzw. Verhandlungsfrist von einem Jahr verpflichtend für die deutschen Mobilfunknetze einzuführen. Mit der vorgeschlagenen Jahresfrist haben die Mobilfunknetzbetreiber bis Ende 2027 genügend Zeit, über die Gestaltung der Roaming-Entgelte zu verhandeln. Für bereits getätigte Infrastrukturinvestitionen im Mobilfunkbereich können sie untereinander Ausgleichszahlungen beanspruchen, denn für die Mobilfunknetzbetreiber soll sich nationales Roaming natürlich auch betriebswirtschaftlich darstellen lassen.
Die Stellungnahmen von diagnose:funk:
- https://download.diagnose-funk.org/Stellungnahme_5G-Verfahren_diagnose-funk_2026-01-12.pdf
- https://download.diagnose-funk.org/Stellungnahme_800MHz_diagnose-funk_2026-03-18.pdf
- https://download.diagnose-funk.org/Stellungnahme_TKG-AendG_diagnose-funk_2026-03-27.pdf
Jörn Gutbier: „Die Mobilfunkmesswoche der BNetzA lenkt mit viel Tam-Tam von einer guten Lösung ab. Diese Aktion intendiert zudem, dass nur der weitere Ausbau die Lösung sei – egal wie finanziell und zeitlich unrealistisch, wie umweltschädigend, wie energie- und ressourcenintensiv. Daher schlagen wir der BNetzA vor, nationales Roaming einzuführen. Das schließt die grauen Flecken, schont Umwelt und Gesundheit.“
Kontakt für Rückfragen:
- Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk, Tel. 0711-250869-1
- Peter Hensinger, zweiter Vorsitzender von diagnose:funk, Fachbereich Wissenschaft, Tel. 0711-250869-2
- Matthias von Herrmann, Pressereferent, Tel. 0711-250869-4 oder 0174-7497868
Presseportal: https://www.presseportal.de/nr/134366
diagnose:funk ist eine unabhängige Umwelt- und Verbraucher-Organisation, die sich seit 2009 für den Schutz vor elektromagnetischen Feldern einsetzt. Dazu klärt diagnose:funk über die schädigenden Wirkungen u.a. von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung auf und fordert zukunftsfähige technische Lösungen für eine gesundheitsverträgliche Telekommunikation. Unser Motto: Technik sinnvoll nutzen!
diagnose:funk / Bismarckstr. 63 / 70197 Stuttgart Vertreten durch Jörn Gutbier und Peter Hensinger. https://www.diagnose-funk.org

