Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH
Kommunales Energiemanagement – Mit System Energie sparen
Wie können Kommunen mit ihren Rathäusern, Schulen oder Sportstätten, die oft "Energiefresser" sind, Energie einsparen? Einen effektiven Weg bietet das kommunale Energiemanagement.
Kommunale Liegenschaften wie Rathäuser, Schulen, Sporthallen oder Feuerwehrhäuser verbrauchen große Mengen an Energie. Viele Kommunen nutzen dabei noch fossile Energieträger – mit entsprechend hohen Kosten, gerade in Zeiten stark steigender Ölpreise. Umso wichtiger sind wirksame Instrumente, mit denen Städte und Gemeinden ihren Energieverbrauch senken und ihre Ausgaben dauerhaft reduzieren können. Einen effektiven Weg bietet das kommunale Energiemanagement.
„Ziel eines kommunalen Energiemanagements ist es, den Energieverbrauch systematisch zu messen, zu analysieren und durch gezielte Maßnahmen zu senken. Damit lassen sich Kosten sparen und gleichzeitig CO2-Emissionen reduzieren“ erklärt Alexander Kuhn, Referent für kommunales Energiemanagement bei der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz.
Das Interesse an diesem Instrument wächst in Rheinland-Pfalz kontinuierlich: Rund 100 Kommunen haben einen Förderantrag für ein kommunales Energiemanagement gestellt, in etwa 60 Kommunen sind Energiemanager bereits aktiv.
Von der Erfassung bis zur Optimierung
Der erste Schritt zu einem strukturierten kommunalen Energiemanagement ist die genaue Erfassung des Verbrauchs. Dafür werden Strom-, Gas- und Wärmezähler regelmäßig abgelesen und die Daten in einem Energiedatenmanagement gebündelt. Auf dieser Grundlage lässt sich analysieren, welche Gebäude besonders viel Energie verbrauchen und an welchen Stellen unnötige Verluste entstehen – etwa durch mangelhafte Dämmung, ineffiziente Heizungssteuerung oder dauerhaft laufende Heizungen.
Darauf aufbauend können gezielte Optimierungsmaßnahmen umgesetzt werden. Diese reichen von geringinvestiven bis hin zu umfassenden Sanierungsmaßnahmen. Beispiele sind die bessere Dämmung von Gebäuden, der Austausch veralteter Heizungsanlagen, eine optimierte Heizungssteuerung oder die Umstellung auf LED-Beleuchtung.
Auch der Ausbau erneuerbarer Energien spielt eine zentrale Rolle. Photovoltaikanlagen auf kommunalen Dächern ermöglichen eine nachhaltige Eigenstromerzeugung und senken langfristig die Energiekosten. Ergänzend können Wärmepumpen oder Nahwärmenetze zu einer unabhängigen, klimafreundlichen und besser kalkulierbaren Wärmeversorgung beitragen.
Neben technischen Maßnahmen ist auch das Verhalten der Nutzer entscheidend. Schulungen für Hausmeister sowie Informations- und Sensibilisierungsangebote helfen dabei, Energiesparen dauerhaft im Alltag kommunaler Einrichtungen zu verankern.
Großes Einsparpotenzial für Kommunen
Erfahrungen aus mehreren Bundesländern zeigen, dass durch ein systematisches Energiemanagement bereits mit gering- oder nichtinvestiven Maßnahmen Einsparungen von bis zu 30 Prozent beim Energie- und Wasserverbrauch möglich sind.
Ein Beispiel aus Rheinland-Pfalz ist die Verbandsgemeinde Montabaur: Sie hat Ende 2025 als erste Kommune im Land erfolgreich die Zertifizierung nach dem bundesweit einheitlichen Standard Kom.EMS (Kommunales Energie-Management-System) abgeschlossen. An drei Schulen konnte der Strom- und Wärmeverbrauch dadurch deutlich gesenkt werden. Bürgermeister Ulrich Richter-Hopprich betonte bei der Zertifikatsübergabe: „Es lohnt sich, denn wir sparen doppelt: bei den Energiekosten und bei den klimaschädlichen CO₂-Emissionen.“ Künftig sollen weitere Schulen und kommunale Gebäude in das Energiemanagement einbezogen werden.
Und auch Trier setzt auf digitale Gebäudeautomation. So konnten beispielsweise bei der Grundschule Irsch mittels eines Smart Home Systems, das die digitale Heizungssteuerung für Einzelräume ermöglicht, in einem Jahr 90.000 kWh Gas für die Beheizung eingespart werden.
Mehrfacher Nutzen für Kommunen
Kommunales Energiemanagement bietet also mehrere Vorteile: Es entlastet die kommunalen Haushalte, da Energiekosten vielerorts einen erheblichen Ausgabenposten darstellen. Zugleich leistet es einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, weil CO₂-Emissionen reduziert werden. Darüber hinaus übernehmen Kommunen eine wichtige Vorbildfunktion und zeigen, wie Energieeffizienz in der Praxis erfolgreich umgesetzt werden kann. Nicht zuletzt schafft ein strukturiertes Energiemanagement eine verlässliche Grundlage für die langfristige und strategische Planung von Investitionen in Gebäude und Infrastruktur.
Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz GmbH Ansprechpartnerin: Sabine Werle / Pressereferentin Tel.: 0631 - 34371-173 sabine.werle@energieagentur.rlp.de Die Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz im Internet: www.energieagentur.rlp.de www.earlp.de/linkedin www.facebook.com/energie.rlp