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„Faktencheck Gesundheitswerbung“ zieht Bilanz: Mehr als 5.000 Verbraucherbeschwerden

„Faktencheck Gesundheitswerbung“ zieht Bilanz: Mehr als 5.000 Verbraucherbeschwerden
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Entscheidende Hilfe gegen falsche Gesundheitsinformationen

„Faktencheck Gesundheitswerbung“ zieht in Berlin Bilanz

Mehr 1.000 geprüfte Fälle, mehr als 5.000 bearbeitete Verbraucherbeschwerden und über 20.000 Follower in Social Media: Das Projekt „Faktencheck Gesundheitswerbung“ der Verbraucherzentralen NRW und Rheinland-Pfalz setzt sich erfolgreich gegen gesundheitliche Fehlinformationen ein. Ein harter Kampf gegen teils mächtige Gegner, aber mit Wirkung: Rund 50 Abmahnungen und sieben Klagen stehen in der Bilanz seit 2023. Damit trägt das Projekt dazu bei, Menschen zum Beipiel vor wirkungslosen oder schädlichen Medikamenten und Behandlungen zu schützen.

Ein Rabattcode für die nächste Abnehmspritze, Burger-Botox-Partys oder Drip-Bars für Vitamininfusionen: Das Projekt „Gesundheitlicher Verbraucherschutz im digitalen Health-Style-Markt“ („Faktencheck Gesundheitswerbung“) setzt sich gegen unzulässige Gesundheitswerbung im Internet ein – mit Abmahnungen und Klageverfahren. „Wir bieten Faktenchecks auf Social Media und tauschen uns mit kompetenten Kooperationspartnern aus“, sagt Projektleiterin Gesa Schölgens.

Zwei Siege vor dem Bundesgerichtshof

Die Bilanz nach drei Jahren: 18.600 Follower auf Instagram sowie 1.400 auf TikTok, dazu über 5.000 bearbeitete Anfragen über Social Media seit 2023. Mehr als 2.000 Anfragen gingen außerdem über das Kontaktformular im Portal Faktencheck ein und 1.200 zusätzlich über den zentralen Zugang der Verbraucherzentrale NRW. Insgesamt hätte das Team in den drei Jahren in 3.085 Fällen aktiv werden können. 210 Meldungen gingen an Behörden. Auch mit der Landesmedienanstalt NRW arbeitet das Projekt zusammen. „Zweimal haben wir beim Bundesgerichtshof gewonnen“, sagt Schölgens. Zum einen mit einer Klage gegen unzulässige Werbung für eine Mundspülung, zum anderen mit dem Verfahren gegen die „Schönheitsärzte“ Rick und Nick. Die Richter stellten im Juli 2025 klar, dass auch Unterspritzungen operativ plastisch-chirurgische Eingriffe sind und damit unter das Werbeverbot fallen.

Debatte mit prominenten Gästen

Zu Gast bei einer Fachtagung des bundesgeförderten Projekts am 18. Mai 2026 in Berlin waren auch Dr. Eckart von Hirschhausen sowie Maximilian Doeckel und Jonathan Focke, bekannt aus dem WDR-Podcast „Quarks Science Cops“, die sich gegen Fehlinformationen einsetzen. Diese Fehlinformationen könnten Belastungen und Unsicherheiten verstärken, betonte Elena Link von der Universität Mainz: „Vor allem Chatbots sind nicht ideal ausgerichtet auf medizinische Kompetenz, und Verzerrungen durch kommerzielle Interessen sind immer möglich.“ In 40 Prozent aller Suchen seien zudem Onlineshops unter den Ergebnis-Treffern dabei, obwohl viele Menschen das eher nicht gezielt suchten.

Zentrale Meldestelle wäre sinnvoll

„Wir können nicht alles bereinigen, aber wir können Lösungen formulieren und Verbraucher:innen warnen und aufklären“, sagt Gesa Schölgens. „Sinnvoll für die Zukunft wäre eine zentrale Meldestelle.“ Das Projekt wird seit 2020 gefördert vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV). Frank Schwabe, Parlamentarischer Staatssekretär, betonte bei der Veranstaltung im BMJV, wie wichtig Fachleute an der Basis seien, um Vertrauen zu schaffen: „Das Projekt hat Maßstäbe gesetzt, wirkungsvolle Netzwerke gesponnen und wichtige Erfolge erzielt.“

Weiterführende Informationen:

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Helmholtzstr. 19
40215 Düsseldorf
Tel.: 0211/91380-1101
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