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09.07.2019 – 10:00

Bundespolizeiinspektion Rostock

BPOL-HRO: Lebensgefährlicher Leichtsinn führt zum Personenunfall

Strohkirchen/Hagenow (ots)

Wieder einmal war es Leichtsinn, der zu einem schwerwiegenden Personenunfall an der Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn von Berlin nach Hamburg geführt hat.

Gegen 16:45 Uhr des gestrigen Nachmittags erreichte eine Meldung der Notfallleitstelle die Bundespolizei, dass es am Bahnkilometer 189,6, ca. zwei Kilometer vor dem Bahnhof Hagenow/Land, zu einem Zusammenprall zwischen dem EC 174 und einer Person gekommen ist.

Unter Nutzung von Sonder- und Wegerechten begab sich unverzüglich eine Streife der Bundespolizei zum Unglücksort. Unterstützt wurden sie von den Kollegen des Polizeireviers Hagenow. Es erfolgte für den Streckenabschnitt eine sofortige beidseitige Streckensperrung. Zusätzliche Rettungskräfte wurden alarmiert.

Ersten Erkenntnissen nach, soll sich der 39-jährige Mann fußläufig in den Gleisen von der Ortschaft Strohkirchen in Richtung Hagenow/Land bewegt haben. Die Annäherung des EC 174 bemerkte er offensichtlich erst zu spät. Als er diesen dann bemerkte, versuchte er noch schnellstmöglich den Gleisbereich zu verlassen, wurde jedoch noch am Arm vom Zug erfasst.

Der Zug kam ca. zwei Kilometer vor dem Bahnhof Hagenow/Land zum Stehen.

Der Mann überlebte den Zusammenprall, wurde schwerverletzt, aber ersten Aussagen nach nicht lebensbedrohlich und mit Rettungshubschrauber in ein Klinikum verbracht.

Nach Beendigung der Rettungsmaßnahmen konnte die Bahnstrecke um 18:50 Uhr wieder freigegeben werden. Der Triebfahrzeugführer musste aufgrund der Geschehnisse ausgewechselt werden. Durch den Unfall mussten drei Züge umgeleitet werden. Bei 31 Zügen kam es zu insgesamt 1132 Minuten Verspätungen.

Dieser Unfall ist nun schon der Vierte in diesem Jahr im Zuständigkeitsbereich der Bundespolizeiinspektion Rostock.

Im Januar war es ebenfalls ein Mann, der in Strohkirchen über die Gleise seinen Heimweg abkürzen wollte, von einem Zug gestreift und verletzt wurde. Weitere zwei Personenunfälle gab es im Mai und Juni. Auf Höhe der Ortschaft Pritzier wurde ein Mann bei Gleisbauarbeiten von einem Zug erfasst und verletzt. Ende Juni war es ein 70-Jähriger, der die Gleise als Orientierung nutzte, um von Schönberg nach Lübeck zu gelangen. Auch dieser wurde, obwohl er noch versuchte aus den Gleisen zu gelangen, von einem Zug erfasst und schwer verletzt. In zwei weiteren Fällen im Juni (Güstrow und Lalendorf) war es nur den schnellen Reaktionen der Triebfahrzeugführer, die rechtzeitig eine Schnellbremsung einleiten konnten, zu verdanken, dass eine 14-Jährige und ein 17-Jähriger unverletzt blieben. Auch in diesen Fällen war Leichtsinn im Spiel.

All diese Unfälle/Situationen hätten vermieden werden können, wenn man sich an die Verhaltensregeln gehalten hätte. Von daher lautet der wichtigste Grundsatz: Bahnanlagen sind keine Spielplätze. Es ist verboten, sie zu betreten. Auch bei dem Gedanken, dass die Gefahr bei einem Foto bzw. Selfie im Gleis oder das Abkürzen über die Gleise berechenbar ist, droht hier eine lebensgefährliche Gefahr. Züge können nicht ausweichen und haben mitunter einen Bremsweg von bis zu 1.000 Metern. Auch die hohe Geschwindigkeit und die Tatsache, dass man die Züge erst spät hört, sollte nicht unterschätzt werden. Ebenso sollte man die Sogwirkung der Züge nicht unterschätzen.

Damit die Ferien und der Urlaub nicht zum Albtraum werden unser Appell an Sie: Nutzen Sie die vorgesehenen Übergangsstellen. Sensibilisieren Sie auch ihre Kinder auf die Gefahren, damit Schlimmeres vermieden werden kann.

Rückfragen bitte an:

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