POL-PPMZ: Internationale Durchsuchungen und Festnahmen nach Menschenhandel - Gemeinsame Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mainz-
Mainz (ots)
Der Fachbereich Menschenhandel der Kriminaldirektion Mainz führt unter der Sachleitung der Staatsanwaltschaft Gießen seit September 2025 ein verdecktes Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Menschenhandels, des gewerbsmäßigen Einschleusens von Ausländern sowie der Geldwäsche gegen eine bundesweit agierende Tätergruppierung brasilianischer Herkunft. Die Gruppierung soll über mehrere Jahre hinweg Transpersonen aus Brasilien nach Deutschland geschleust haben, um sie hier im Rahmen der Prostitution finanziell auszubeuten. Aufgrund der internationalen Bezüge wurde im Januar bei EUROPOL eine Operational Task Force eingerichtet, der unter anderem auch Brasilien angehört. Durch die Vernehmung mehrerer Geschädigter, verdeckte Ermittlungsmaßnahmen sowie Finanzermittlungen konnte der Tatverdacht erhärtet werden. Nach dem bisherigen Ermittlungsstand mussten die Geschädigten eine einmalige Servicegebühr in Höhe von 10.000 Euro sowie eine wöchentliche Servicegebühr entrichten. Darüber hinaus waren sie verpflichtet, 50 Prozent ihrer Einnahmen abzuführen. Im Falle einer Weigerung oder eines beabsichtigten Ausstiegs wurde ihnen mit Repressalien gegenüber Angehörigen im Heimatland sowie mit einer Anzeige bei den deutschen Behörden wegen eines illegalen Aufenthalts gedroht. Die Ermittlungen führten zum Erlass mehrerer Durchsuchungsbeschlüsse gegen Beschuldigte sowie zweier Haftbefehle gegen die mutmaßlichen Hauptbeschuldigten. Diese wurden in der vergangenen Woche in Köln, Düsseldorf und im Raum Siegen mit Unterstützung örtlicher Polizeikräfte sowie von EUROPOL vollstreckt. Die beiden festgenommenen Beschuldigten wurden anschließend dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Gießen vorgeführt. Dieser setzte die Haftbefehle in Vollzug. Im Anschluss wurden die Beschuldigten in Justizvollzugsanstalten eingeliefert. In Brasilien wurden Bankkonten und ermittelter Immobilienbesitz gepfändet. Darüber hinaus wurden 13 Unternehmen durchsucht, bei denen es sich nach dem derzeitigen Ermittlungsstand um Briefkastenfirmen handeln dürfte, die zum Zweck der Geldwäsche gegründet worden waren. Die Ermittlungen dauern an.
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