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05.07.2018 – 10:59

Polizei Bochum

POL-BO: Rollator-Selbsttest: Zwischen Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster
7 Anwendungstipps

POL-BO: Rollator-Selbsttest: Zwischen Bordsteinkanten und Kopfsteinpflaster / 7 Anwendungstipps
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Bochum/Herne/Witten (ots)

Nicht einmal 10 Zentimeter ist die Bordsteinkante hoch, doch sie scheint unüberwindbar. Für Menschen, die schlecht zu Fuß sind, ist ein Rollator eine echte Lebenshilfe; aber der richtige Umgang muss gelernt werden. Die Verkehrsunfallprävention der Polizei bietet deshalb gemeinsam mit Partnern im Juli und im August Trainings in Bochum an. Wir haben vorab den Selbsttest gemacht.

Auf dem Hinterhof der Polizeiwache Südost ist ein kleiner Parcours aufgebaut, der mit Rampen, Kanten und diversen Bodenbelägen einen guten Überblick über die Gemeinheiten gibt, die Rollator-Nutzerinnen und -Nutzer im Alltag erwarten. Jetzt also die eingangs erwähnte Bordsteinkante und die drängende Frage: Wie kommt man da am besten hoch? Zugegeben: Die Kante ist nicht gerade der Exot hiesiger Städteplanung - tausendfach begegnet sie uns im urbanen Raum. Doch erst, wenn wir beide Händen um die Griffe eines Rollators gelegt haben, wird uns bewusst, welches Hindernis sie eigentlich darstellt. Polizeihauptkommissar Roland Deckenhoff von der Verkehrsunfallprävention der Polizei Bochum zeigt, wie es geht - wie so oft, führen viele Wege zum Ziel.

Einfachste Variante: die Ankipphilfe, ein kleines Pedal neben den Hinterrädern. Ein leichter Tritt und die Vorderräder des Rollators heben ab. Das Gewicht muss in diesem Moment auf die Beine verlagert werden, dann lässt sich der Rollator mühelos über die Kante schieben. Ebenfalls möglich: Wer kein Pedal hat, kann auch die Bremsen des Rollators nutzen - oder den eigenen Fuß.

"Es ist wichtig, dass die Nutzer herausfinden, welche Variante für sie ideal ist. Sie kennen ihre körperlichen Voraussetzungen am besten", sagt Deckenhoff. Für manch eine Situation gibt es allerdings keine Alternative: "Beim Einsteigen in den Bus müssen, sobald der Rollator in der Kabine steht, die Bremsen gezogen werden. Der Benutzer oder die Benutzerin zieht sich dann an den Türgriffen hinein - niemals am Rollator selbst!" Auch wenn es nicht so scheint: Den Umgang mit den Alltagshilfen muss man lernen.

Die Kante ist überwunden, jetzt folgt die Buckelpiste - in diesem Fall eine unebene Metallplatte mit etlichen Kanten und Stolperfallen, die Schlaglöcher und Kopfsteinpflaster simulieren soll. Nach nicht einmal einem Meter ist Schluss, denn die Räder des Rollators haben sich verkeilt. Alles Rütteln nutzt nichts, der Rollator bewegt sich kein Stück. Wie es wohl einem Menschen mit körperlichen Einschränkungen in dieser Situation gehen muss? Polizeihauptkommissarin Sonja Pöpping weiß Rat: "Wichtig ist, dass man sich nicht auf den Rollator stützt. Also auch hier das Gewicht auf die Beine verlagern und dann mit seitlichen Bewegungen den Rollator befreien." Beim zweiten Versuch klappt's - zum Glück!

Kurz darauf der Härtetest: Der Vorderreifen des Rollators hat sich in einem Spalt verkeilt, der einem Abwassergitter nachempfunden ist. Der erste Reflex: Man krallt sich in die Handgriffe, doch das Gerät zieht gnadenlos nach vorn und gerät in eine bedrohliche Schräglage. Roland Deckenhoff: "Das ist der typische Reflex. Aber er ist falsch, denn die Gefahr, mit dem Rollator umzukippen, ist hoch!" Stattdessen rät er: einfach loslassen. Den Rollator aus dieser misslichen Lage zu befreien, ist alles andere als leicht. "Rufen Sie im Zweifel Passanten zur Hilfe", empfiehlt Deckenhoff.

Viele Menschen schämen sich, einen Rollator zu nutzen. Das weiß auch Sonja Pöpping: "Das ist ja auch nachvollziehbar - man ist schließlich an einen Alltag ohne Hilfen gewöhnt." Dennoch rät sie dringend dazu, das Ganze einfach mal auszuprobieren. Denn: "Der Rollator gibt den Nutzerinnen und Nutzern ihre Mobilität zurück. Sie können wieder allein Freunde besuchen, zum Gottesdienst oder in den Supermarkt gehen - das ist echte Lebensqualität!"

> Trainingstermine

Wer mit seinem Rollator selbst auf dem Parcours der Verkehrsunfallprävention trainieren will, hat an folgenden Terminen Gelegenheit dazu:

   - Mittwoch, 11. Juli, 9 bis 13 Uhr, Liebfrauenkirchplatz, 
     Bochum-Linden
   - Mittwoch, 1. August, 9 bis 15 Uhr, Alter Markt, Bochum 
     Wattenscheid
   - Mittwoch, 22. August, 9 bis 15 Uhr, Bongard Boulevard, Bochum 

An allen Terminen ist es neben dem Rollatoren-Training auch möglich, das Ein- und Aussteigen in einen Linienbus der BOGESTRA zu üben. Außerdem überprüft das Sanitätshaus Care Center Rhein Ruhr (11. Juli, 22. August), bzw. das Sanitätshaus ILSE (1. August) die Bremsen und Höheneinstellung der Geräte und alle Teilnehmer bekommen auf Wunsch Reflektoren. Am 1. August gibt es überdies eine Mitmachaktion der Verkehrswacht. Bei dem Termin am 22. August handelt es sich um den Rollatortag NRW - das Programm wird zeitnah bekanntgegeben. Die Teilnahme ist an allen Terminen kostenfrei.

Weitere Informationen gibt's bei der Verkehrsunfallprävention der Polizei Bochum unter der Telefonnummer 0234 / 909 5121.

> Anleitung für Kritische Situationen

   - Bordstein hoch: Treten Sie die Ankipphilfe, verlagern Sie das 
     Körpergewicht auf Ihre Beine und schieben Sie den gekippten 
     Rollator mit den Vorderrädern über die Kante. Alternativ nutzen 
     Sie zum Kippen die Bremsen oder stellen einen Fuß quer vors 
     Hinterrad.
   - Bordstein runter: Halten Sie die Bremsen griffbereit und lassen 
     Sie den Rollator langsam vorwärts über die Kante sinken.
   - Bus einsteigen: Wie Bordstein hoch. Sobald der Rollator im Bus 
     steht, betätigen Sie die Feststellbremse und steigen mithilfe 
     der Türgriffe ein.
   - Bus fahren: Setzen Sie sich nicht während der Fahrt auf den 
     Rollator! Stellen Sie das Gerät stattdessen ab, betätigen Sie 
     die Feststellbremse und suchen sich einen Sitzplatz.
   - Bus aussteigen: Nähern Sie sich rückwärts der Kante. Betätigen 
     Sie die Handbremse und treten sie aus dem Bus. Lösen Sie dann 
     die Bremse und ziehen Sie den Rollator hinter sich her.
   - Rampe runter: Führen Sie den Rollator nah am Körper und halten 
     Sie die Handbremsen griffbereit. Stoppen Sie zwischendurch, wenn
     nötig.
   - Rollator verkeilt: Verlagern Sie das Gewicht auf ihre Beine und 
     versuchen Sie, den Rollator mit seitlichen Bewegungen zu 
     befreien. Falls das nicht gelingt, bitten Sie andere um Hilfe. 

> Kleine Kaufberatung Brauchbare Rollatoren gibt es ab ca. 150 Euro zu kaufen. Teurere Modelle haben in der Regel weniger Gewicht und bieten mehr Komfortfunktionen. Unbedingt vorhanden sein müssen Bremsen (Handbremse und Feststellbremse) und Klappfunktion. Reflektoren, Klingel und Einkaufsnetze machen ebenfalls Sinn. Je größer die Räder, desto besser kommt das Gerät mit unebenen Untergründen klar. Ob der Rollator dagegen auf Hartgummi- oder Luftreifen fährt, ist eine Geschmacksfrage. Gekauft werden Rollatoren am besten im Fachhandel, denn dort kann die Handhabung erläutert und das Gerät auf die Größe des Benutzers eingestellt werden.

Rückfragen bitte an:

Polizei Bochum
Pressestelle
Jens Artschwager
Telefon: 0234 909 1023
E-Mail: pressestelle.bochum@polizei.nrw.de
https://www.polizei.nrw.de/bochum/

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