POL-OG: Mittelbaden - Sicherer Start ins neue Schuljahr 2026/27: Polizei verstärkt auf Schulwegen unterwegs
Mittelbaden (ots)
Mit dem Ende der Sommerferien und dem Schulbeginn sowie den Einschulungen der Schulanfänger sind wieder zehntausende Schülerinnen und Schüler im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Offenburg im Stadtkreis Baden-Baden im Ortenaukreis und im Landkreis Rastatt auf dem Weg zur Schule unterwegs. Aus diesem Grund sind Polizeibeamtinnen und -beamte ab Montag, dem ersten Schultag, im Rahmen der Aktion "Sicherer Schulweg" täglich in den ersten Schulwochen zu den relevanten Zeiten verstärkt mit Kontrollen im Umfeld von Schulen und auf Schulwegen präsent. Im vergangenen Schuljahr 2025/2026 erfasste das Polizeipräsidium Offenburg statistisch 35 Schulwegunfälle. Ein Schulwegunfall endete tödlich, in vier Fällen kam es zu schweren Unfallfolgen und 33 Beteiligte wurden leicht verletzt. In 57 Prozent der Fälle waren die Schülerinnen und Schüler selbst die Hauptverursacher der Unfälle. Überproportional beteiligt war die Altersgruppe der Zehn- bis Elfjährigen, die mit dem Wechsel auf die weiterführende Schule neue Wege bewältigen müssen, mit 37,1 Prozent sowie Jugendliche im Alter von 15 Jahren mit 20 Prozent. Häufigste Hauptursachen waren Fehler beim Abbiegen, Wenden, Rückwärtsfahren sowie beim Einfahren in den fließenden Verkehr, gefolgt von Vorrang- und Vorfahrtsverstößen sowie Ablenkung. Der Anteil der Radfahrenden am Gesamtunfallgeschehen betrug 57,1 Prozent, gefolgt von einer Beteiligung von Elektrokleinstfahrzeugen und Fußgängern mit jeweils 20 Prozent. Betrachtet man die verschiedenen Landkreise hinsichtlich der Anzahl der Schulwegunfälle, ereigneten sich im Ortenaukreis 25 Unfälle, im Landkreis Rastatt 8 und im Stadtkreis Baden-Baden 2. Die meisten Schulwegunfälle gab es in den Bereich der Polizeireviere Lahr mit 9 und Kehl mit 6, gefolgt von den Revierbereichen Rastatt, Offenburg sowie Achern/Oberkirch mit jeweils vier Schulwegunfällen. Wie auch in den vergangenen Jahren ließen sich dabei keine klassischen Unfallhäufungsstellen ausmachen. Zu den Maßnahmen der Polizei in den kommenden Wochen gehören unter anderem die Überwachung der Gurtanlege- und Kindersicherungspflicht, Geschwindigkeitskontrollen insbesondere an Stellen mit erhöhter Unfallgefahr für Kinder und Jugendliche, die Kontrolle des Verhaltens von Kraftfahrzeugführern gegenüber öffentlichen Verkehrsmitteln und Schulbussen sowie an Bushaltestellen, Fußgängerfurten und -überwegen, die Ahndung von Verstößen gegen Park- und Haltverbote - etwa durch sogenannte "Eltern-Taxis" - sowie die rechtswidrige Nutzung von Mobiltelefonen während der Fahrt. Zudem wird der technische Zustand von Fahrrädern und E-Scootern überprüft und das Verhalten der Schülerinnen und Schüler auf ihren Schulwegen im Blick behalten. "Der Schulweg ist für viele Kinder der erste Weg, den sie täglich - zum Teil auch selbständig - bewältigen. Dieser muss so sicher wie möglich sein. Fahren Sie daher besonders aufmerksam und rücksichtsvoll. Jede und jeder von uns kann dazu beitragen, dass alle Schülerinnen und Schüler sicher in der Schule ankommen", so der Offenburger Polizeipräsident Andreas Bjedov.
Tipps Ihrer Polizei - Das können Eltern tun! - Laufen Sie anfangs mit Ihrem Kind ein paar Mal den Schulweg ab - hin und zurück. Dabei bietet es sich auch an, sich mit anderen Eltern abzusprechen. Der kürzeste Weg zur Schule muss nicht der beste und sicherste sein.
- Querungshilfen wie Mittelinseln, Zebrastreifen oder Fußgängerlichtzeichenanlagen sind nützliche Stellen zum sicheren Überqueren der Fahrbahn - ein kleiner Umweg kann hier das Risiko minimieren.
- Trauen Sie Ihren Kindern zu, den Weg zur Schule selbständig zu meistern, und gefährden Sie als Eltern-Taxi nicht die Verkehrssicherheit im Umfeld von Schulen.
- Kinder aus der Nachbarschaft können sich in "Laufbussen" organisieren und so den Schulweg gemeinsam bewältigen.
- Sichere Schulwege findet man in den Schulwegplänen der jeweiligen Schule, die sichere Querungsstellen, Gefahrenstellen und günstige Wege von Wohnort der Kinder zur Schule aufzeigen.
- Achten Sie gerade in der kommenden Jahreszeit auf helle Kleidung - reflektierende Sicherheitswesten erhöhen die Erkennbarkeit und damit die Verkehrssicherheit, immer nach dem Motto: "Sehen und gesehen werden."
- Wenn Sie Ihr Kind oder Kinder aus der Nachbarschaft zur Schule fahren, sichern Sie die Kinder mit den vorgeschriebenen Kindersitzen.
- Fahren Sie in der Nähe von Kindergärten und Schulwegen langsam und rechnen Sie mit spontanen Handlungen von Kindern am Fahrbahnrand - zum Beispiel einem plötzlichen Losrennen auf die Fahrbahn. Seien Sie bremsbereit!
- Lassen Sie die Kinder auf der fahrbahnabgewandten Seite ein- und aussteigen und halten Sie nicht auf dem Gehweg. Auch für Eltern-Taxis gilt: Im absoluten Haltverbot darf nicht angehalten werden - auch nicht nur für kurze Zeit. Diese Bereiche sind vor Kindergärten und Schulen eingerichtet, um die Sicht freizuhalten und ein sicheres Queren der Fahrbahn zu ermöglichen. Redaktioneller Hinweis: Unter einem Schulwegunfall versteht man einen Verkehrsunfall, bei dem Schülerinnen und Schüler bis 17 Jahre als aktive Verkehrsteilnehmer auf dem Weg von oder zur Schule verletzt wurden.
/rs
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