DIE ZEIT

Salman Rushdie: Meine Bücher sind mein Spiegelbild

Hamburg (ots) - Für den in New York lebenden indischen Schriftsteller Salman Rushdie sind die von ihm verfassten Bücher 'sein Spiegelbild'. Im Gespräch mit der ZEIT sagte er: "Schließlich will man Bücher schreiben, die niemand außer einem selbst schreiben könnte."

In seinem neuen Roman 'Die bezaubernde Florentinerin' gäbe es allerdings "keine Figur, die ich bin. Irgendwann musste ich mir eingestehen, dass die Leser mich in jedem meiner Bücher ausfindig zu machen versuchten. Und das ging mir schließlich derart auf die Nerven, dass ich mir vornahm, keine Figuren mehr zu erfinden, die mir ähneln. Früher schien es mir hilfreich zu sein, Figuren wie Saleem, den mir in mancher Hinsicht ähnlichen Erzähler von Mitternachtskinder zu erfinden, weil es mir auf diese Weise leichterfiel, in die Geschichte einzusteigen. Aber inzwischen finde ich es nicht mehr hilfreich, weil mich das Verlangen der Leser stört, einen Roman als verdeckte Autobiografie zu lesen."

In dem Gespräch äußerte sich Rushdie auch zur politischen Lage in seiner indischen Heimat: "Ich bin ein wenig traurig über das, was heute in Indien geschieht", sagte Rushdie, "zumal wir uns doch an einem historischen Punkt befinden, an dem der Westen aufzuwachen scheint und Indien aufgrund der ökonomischen Expansion überhaupt erst wahrnimmt.

Pressekontakt:

Das komplette ZEIT-Interview der ZEIT Nr. 11 vom 5. März 2009 senden
wir Ihnen für Zitierungen gern zu. Bei Rückfragen wenden Sie sich
bitte an Elke Bunse, DIE ZEIT Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
(Tel.: 040/3280-217, Fax: 040/3280-558, E-Mail: elke.bunse@zeit.de)

Original-Content von: DIE ZEIT, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: DIE ZEIT

Das könnte Sie auch interessieren: