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Bundesärztekammer

"Wir müssen sagen, was Sache ist" - Ärztepräsident Hoppe unterstützt Protest niedergelassener Ärzte

Berlin (ots)

Ärztestreiks in Krankenhäusern und nun auch
Demonstrationen niedergelassener Ärzte: Dem Aufruf ärztlicher
Berufsverbände zu einer landesweiten Protestkundgebung in Stuttgart
sind heute Tausende von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten aus
ganz Baden-Württemberg gefolgt. Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr.
Jörg-Dietrich Hoppe unterstützte als Gastredner den Protest gegen die
katastrophalen Arbeitsbedingungen der Ärzte und die Mangelversorgung
der Patienten ausdrücklich: "Wir müssen sagen, was Sache ist, und wir
müssen klarmachen, dass die Finanzierung des Gesundheitswesens
genauso marode ist wie die der Rentenversicherung. Dass wir dennoch
eine gute medizinische Versorgung haben, ist ausschließlich dem
Engagement der Ärztinnen und Ärzte zu verdanken, die mit Millionen
Überstunden in den Krankenhäusern und einem enormen Honorarverzicht
im ambulanten Bereich die Versorgung aufrechterhalten", sagte Hoppe.
Das ganze Umfeld des Arztberufes stimme nicht mehr.
"Verbürokratisierung, Durchökonomisierung, Checklistenmedizin und
Spargesetze - das sind heutzutage die Rahmenbedingungen ärztlicher
Berufsausübung. Dagegen müssen wir angehen, argumentativ - und wenn
das nicht hilft - eben demonstrativ."
Versorgungsstrukturen müssten primär am medizinischen Bedarf der
Patienten ausgerichtet sein und nicht an ökonomischen Einsparzielen.
Deshalb auch forderten die Ärzte einen Wettbewerb um Qualität und
nicht, wie es die Große Koalition offensichtlich plane, einen
ruinösen Preiswettbewerb. "Wir streiten für wirkliche
Chancengleichheit in der Heilbehandlung. Wir wollen, dass tatsächlich
jeder den gleichen Zugang zur Versorgung hat. Wir wollen eine
bedarfsgerechte Struktur in der Krankenhausversorgung - auch und
gerade in ländlichen Gebieten. Und wir wollen eine fachärztliche
Versorgung in zumutbarer Entfernung gewährleistet wissen", erklärte
der Ärztepräsident.

Pressekontakt:

Pressestelle der deutschen Ärzteschaft, Tel. (030) 4004 56-700

Original-Content von: Bundesärztekammer, übermittelt durch news aktuell

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